Multisensorische Wahrnehmung

Unser Gehirn verarbeitet Hitze nicht isoliert, sondern verknüpft alle Sinneseindrücke: Riechen, Sehen und Hören etc. beeinflussen gemeinsam, wie wir Temperatur erleben.

Überblick wissenschaftlicher Studien

Die multisensorische Wahrnehmung beschreibt, wie das Gehirn Informationen aus verschiedenen Sinneskanälen zu einem Gesamtbild zusammenfügt. In Bezug auf das Hitzeempfinden bedeutet dies, dass ein kühler visueller Reiz (z. B. blaues Licht) durch einen passenden Geruchsreiz (z. B. Minze) verstärkt werden kann. Studien zur Multisensorik zeigen, dass Sinneseindrücke sich gegenseitig beeinflussen können. So schmeckt ein Getränk in einer blauen Tasse oft erfrischender als in einer roten. In der Forschung zum Raum wurde festgestellt, dass Proband:innen in Räumen mit «kühler» Akustik und Optik in Blautönen die Temperatur signifikant niedriger einschätzten als in einer neutralen Kontrollgruppe.

Das Projekt Cool Down nutzte diese Erkenntnisse, indem es den Bewohner:innen ermöglichte, individuelle Sinnesreize auszuwählen, die für sie passen. Wenn mehrere Sinne gleichzeitig entsprechende Reize empfangen, wird die Information Hitze im Bewusstsein abgemildert. Besonders interessant sind Studien, die zeigen, dass multisensorische Reize auch die kognitiven Leistungen bei Hitze stabilisieren können.

Die Forschung zeigt, dass die Summe der Stimuli mehr ist als ihre Einzelteile. Ein Gesamtkonzept, das Farben, Düfte und Klänge mit einbezieht, erzeugt eine Atmosphäre der Frische. Die wichtigsten Erkenntnisse der multisensorischen Forschung sind in der Kühlbibliothek zusammengefasst.

Spence, C. (2020). Temperature-based crossmodal correspondences: Causes and consequences. Multisensory research, 33(6), 645-682.

Spence, C. (2015). Multisensory flavor perception. Cell, 161(1), 24-35.