Lichtspektrum


Wirkung
Licht steuert unsere innere Uhr und unser Temperaturempfinden. Während warmes, rötliches Licht Geborgenheit und Wärme signalisiert (ähnlich einem Kaminfeuer am Abend), assoziieren wir kaltweisses oder bläuliches Licht mit Tageslicht, Kälte und Frische. Durch den gezielten Einsatz von Leuchtmitteln mit hoher Farbtemperatur (über 5000 Kelvin) kann im Raum eine sachliche, kühle Atmosphäre geschaffen werden. Dieses blauwellige Lichtspektrum unterdrückt zudem das Schlafhormon Melatonin und hilft so, der sommerlichen Trägheit etwas entgegenzuwirken. Abends sollte das Licht dimmbar sein und eine warmweisse Lichtfarbe haben, um dem Körper zu signalisieren, Melatonin auszuschütten. Die Farbtemperatur ist nicht zu verwechseln mit der Lichtfarbe.

 

Empfehlungen für den Einsatz von Lichtspektren

Kühlkategorie
experimentell

Mit im Handel erhältlichen Leuchtmitteln (Hue-LED’s) können über eine Steuerung oder eine App auf dem Smartphone unterschiedliche Farbtemperaturen von «tageslichtweiss» bis «warmweiss» und passende Lichtfarben eingestellt werden.

Anforderungen für den Einsatz im Alters- und Pflegeheim 
In Pflegeheimen ist eine gute Ausleuchtung zur Sturzprävention unerlässlich. Moderne Lichtsteuerungssysteme (Human Centric Lighting) können die Farbtemperatur im Tagesverlauf automatisch anpassen. Bei Hitze kann die Lichtfarbe Blau dazu eingestellt werden, um Kühle und Frische zu simulieren. Wichtig ist jedoch, Blendung zu vermeiden, da ältere Augen empfindlich reagieren. Das Licht sollte gleichmässig verteilt sein. In den Zimmern bietet sich die Möglichkeit an, individuelle Lichtakzente zu setzen.

Anforderungen für den Einsatz zu Hause 
Zuhause sind smarte Leuchtmittel ideal, bei denen Sie die Farbtemperatur und die Lichtfarbe per App oder Fernbedienung ändern können. Stellen Sie die Lampen an heissen Tagen auf ein kühles Weiss und ein dezentes Hellblau ein. Achten Sie darauf, dass das Licht hell genug ist, um aktiv zu bleiben, aber nicht so grell, dass es ungemütlich wirkt.

Im Projekt Cool Down war ein Wandleuchtenprototyp der Firma Moos Licht im Einsatz. Dieser wird noch nicht in Serie produziert. https://www.mooslicht.ch 

Mögliche Lichtspektren

Studien zur Kühlwirkung
Die Forschung zum „Hue-Heat-Effekt“ belegt, dass die Farbtemperatur des Lichts die thermische Wahrnehmung um bis zu 1-2 Grad verschieben kann. In Studien schätzten Proband:innen die Raumtemperatur bei bläulichem kaltweissem Licht signifikant niedriger ein als bei warmweissem Licht. Dies liegt an der neuronalen Kopplung von Farben mit thermischen Erfahrungen. Studien mit Senior:innen zeigen, dass eine angepasste Beleuchtung nicht nur die Orientierung verbessert, sondern auch das emotionale Befinden stabilisiert. Die Kombination von kühlem Licht mit blauen Wandfarben kann diesen crossmodalen Effekt verstärken. Licht ist im multisensorischen Design ein entscheidender Faktor, der direkt auf das thermische Wohlbefinden und die Vitalität in Hitzeperioden wirkt.