
Wirkung
Akustische Reize beeinflussen unsere thermische Wahrnehmung. Klänge wie das Plätschern eines Baches, das Rauschen des Meeres oder ein Sommerregen sind in unserem Bewusstsein mit Frische und Feuchte verknüpft. Je nach Kultur ergeben sich Unterschiede: In Japan beispielsweise wird der Klang eines Windglöckchens (Furin) in der Sommerhitze als erfrischend empfunden. Bei bestimmten Geräuschen assoziiert unser Gehirn eine kühlere Umgebung. Ausgewählte Geräusche und Klänge können den Blutdruck senken und den Hitzestress reduzieren.
Kühlkategorie
experimentell
Nutzen Sie Naturgeräusche in einer moderaten Lautstärke. Wasserklänge, Regentropfen, Waldgeräusche oder Vogelgezwitscher, aber auch klassische Musik, die dem «Mozarteffekt» entsprechen, sind ideal. Sie provozieren keine Gefühlswallungen, sondern assoziieren eher Ruhe. Kurze Sequenzen von 15 bis 20 Minuten reichen oft schon aus, um den Geist zu erfrischen. Der Klang sollte als angenehm und nicht als störend empfunden werden.
Anforderungen für den Einsatz im Alters- und Pflegeheim
In einer Institution ist die Rücksichtnahme auf Mitbewohner:innen sehr wichtig. Klänge sollten idealerweise über kleine, lokale Boxen oder über Kopfhörer abgespielt werden, um niemanden zu stören. Die Tonqualität muss gut sein, da verzerrte Geräusche eher Stress auslösen. Hier ist eine individuelle Begleitung wichtig. Die Lautstärke sollte so gewählt werden, dass sie Umgebungsgeräusche sanft maskiert, aber Gespräche nicht behindert. Zudem ist der Musikgeschmack generationenabhängig, was für die Selbstwahl der Klänge spricht.
Anforderungen für den Einsatz zu Hause
Zuhause können Sie über kostenlose Apps oder CDs Naturklänge hören. Probieren sie aus, was ihnen guttut, damit Sie sich darauf einlassen können.
Die im Projekt Cool Down angebotenen Klänge wurden von den Bewohner:innen nicht ausgewählt.
Studien zur Kühlwirkung
Die Frequenzfolgereaktion ermöglicht es dem Gehirn, sich nach etwa 20 Minuten an den Rhythmus der Umgebung anzupassen. Im Falle von beispielsweise Meeresrauschen tritt dann eine Form der Entspannung ein. Studien aus der Psychoakustik zeigen, dass das Gehirn auditive Signale nutzt, um ein ganzheitliches Bild der Umgebungstemperatur zu entwerfen. In Experimenten schätzten Proband:innen die Temperatur in Räumen mit Wassergeräuschen konsequent niedriger ein als in Räumen ohne diesen akustischen Effekt. Dieser Effekt wird als «crossmodale Beeinflussung» bezeichnet. Besonders effektiv sind Klänge, die auf Frische hindeuten, wie zum Beispiel fliessendes oder rauschendes Wasser. Studien zur Stressreduktion belegen zudem, dass Naturklänge die parasympathische Aktivität fördern, was wiederum die Hitzetoleranz des Körpers verbessert. Wer entspannt ist, schwitzt weniger und empfindet die Wärme als weniger belastend.