
Wirkung
Pflanzen können bei der richtigen Auswahl, Grösse und Anzahl, die abgestimmt auf die Luftfeuchtigkeit und die Lüftungsmöglichkeiten sind, als lebendige Klimaanlage im Zimmer wirken. Durch den Prozess der Transpiration geben sie Feuchtigkeit an die Umgebung ab, was die Luft spürbar erfrischt und die Raumtemperatur physikalisch leicht senken kann. Doch auch die psychologische Komponente ist nicht zu unterschätzen: Das satte Grün signalisiert Vitalität und Naturverbundenheit. In Hitzephasen wirkt der Anblick einer gesunden Pflanze beruhigend auf das Nervensystem.
Kühlkategorie
traditionell
Bei der Auswahl der Pflanzen steht die Sicherheit an erster Stelle. Sie dürfen keine giftigen Bestandteile enthalten oder starke Allergien auslösen. Da die Erde Schimmelpilze bilden kann, empfiehlt sich in sensiblen Bereichen die Nutzung von Hydrokulturen oder speziellen mineralischen Substraten. Platzieren Sie die Pflanzen so, dass sie gut sichtbar, aber nicht im direkten Sonnenlicht sind. Ein regelmässiges Besprühen der Blätter verstärkt den Frischeeffekt enorm.
Achtung: Es müssen einige Faktoren (Luftfeuchtigkeit, Grösse des Raums, Belüftung und Grösse, Standort, Pflege und Anzahl der Pflanzen) beachtet und aufeinander abgestimmt werden, um keinen gegenteiligen Dschungeleffekt zu erzeugen.
Anforderungen für den Einsatz im Alters- und Pflegeheim
Pflanzen sind ein wichtiger Teil des biophilen Designs. Sie können die Interaktion fördern, da Bewohner:innen oft Freude daran haben Pflanzen zu giessen. Wichtig ist die Koordination mit dem Hygienemanagement und dem Reinigungspersonal. Pflanzen sollten keine Stolperfallen darstellen und in robusten Übertöpfen stehen. Besonders in Gemeinschaftsräumen schaffen grosszügige Grüninseln Zonen der Erholung, die den Bewohner:innen das Gefühl geben, trotz der Hitze draussen im kühlen Schatten eines Gartens zu sitzen, was die Aufenthaltsqualität im Innenraum massgeblich verbessert.
Anforderungen für den Einsatz zu Hause
Nutzen Sie geeignete Pflanzen gezielt an Fenstern, um einen natürlichen Schutzschild zu bilden. Auch hier gilt es, genau auf Luftfeuchtigkeit, Grösse des Raums, Belüftung, Grösse, Standort, Pflege und Anzahl der Pflanzen etc. achten.
Im Projekt Cool Down hatten die Bewohner:innen die Möglichkeit, Pflanzen der Firma Creaplant für ihr Zimmer auszuwählen. Davon wurde auf Grund der Zimmergrösse kein Gebrauch gemacht. Von der verantwortlichen Pflegedienstleitenden wurden Pflanzen für das Stationszimmer ausgewählt. https://creaplant.ch
Studien zur Kühlwirkung
Wissenschaftliche Untersuchungen im Bereich der Umweltpsychologie belegen, dass die visuelle Präsenz von Pflanzen und grüner Vegetation das menschliche Stressempfinden reduzieren. Studien der NASA und verschiedene universitäre Testreihen zeigen zudem, dass Pflanzen durch Verdunstung das Mikroklima in geschlossenen Räumen messbar beeinflussen. Das kann vor allem im Winter relevant sein. Im Sommer kann es auch zu einer kontraproduktiven Wechselwirkung mit einer zu hohen Luftfeuchtigkeit kommen. Ein entscheidender Faktor ist die subjektive Bewertung: Proband:innen in begrünten Räumen schätzen die Temperatur niedriger ein als in identisch temperierten, aber nicht begrünten Räumen. Dies wird auf die evolutionäre Verbindung von Grün mit Schatten und Wasserquellen zurückgeführt. Bei hochbetagten Menschen wurde beobachtet, dass die Anwesenheit von Pflanzen die Herzfrequenzvariabilität positiv beeinflusst, was auf eine Entspannung des vegetativen Nervensystems hindeutet.