Duft


Wirkung
Unser Geruchssinn ist direkt mit dem limbischen System im Gehirn verbunden, wo Emotionen und instinktive Reaktionen entstehen. Bestimmte Düfte können daher physiologische Reaktionen auslösen. Ätherische Öle wie Pfefferminze oder Eukalyptus enthalten Menthol, das die Kälterezeptoren auf der Schleimhaut aktiviert. Dies vermittelt dem Körper ein Signal von Frische und Kühle, selbst wenn die Raumtemperatur stabil bleibt. Auch Zitrusnoten wie Zitrone oder Lemongras wirken belebend, was das drückende Gefühl von heisser Sommerluft erleichtert.

 

Empfehlungen für den Einsatz von Duft

Kühlkategorie  
experimentell

Verwenden Sie natürliche ätherische Öle in geringer Dosierung. Ein Diffusor ist ideal. Im privaten Bereich reichen je nach Duft und Fabrikat wenige Tropfen, um die Sinne zu erfrischen ohne dabei aufdringlich zu wirken oder Kopfschmerzen zu verursachen. Den Duftdiffusor platziert man am besten an schattigen Orten mit natürlicher Luftzirkulation.  

Anforderungen für den Einsatz im Alters- und Pflegeheim 
In Pflegeeinrichtungen sollte vorher abgeklärt werden, ob die Bewohner:innen unter Allergien oder empfindlichen Atemwegen leiden. Entsprechend müssen Düfte vorsichtig zum Einsatz kommen. Es ist ratsam, nur zertifizierte Bio-Öle zu verwenden und die Anwendung mit dem medizinischen Fachpersonal abzustimmen. Da Gerüche auch starke Erinnerungen wecken können, sollte der Duft aus einem bestimmten Angebot individuell gewählt werden können. Die Düfte sollten über professionelle Diffusoren in die Räume eingebracht werden. Bewohner:innen sollte jedoch die Kontrolle über den Reiz überlassen werden.

Anforderungen für den Einsatz zu Hause 
Privat können Sie experimentieren. Ob Duftlampe, Duftstein, Taschentuch oder Körperspray – finden Sie heraus, was Sie erfrischt. Wichtig ist eine gute Belüftung, damit der Duft nicht steht. Achten Sie auf die Qualität der Öle; minderwertige Duftstoffe können die Raumluft eher belasten.

Im Projekt Cool Down wurden als Diffusor zwei unterschiedliche Geräte-Typen (airomat 300 und airomat 50) von Initial (vormals Airomat) eingesetzt. Es wurden drei speziell kühlende Düfte entwickelt. Rosmarin, Minze, Eukalyptus und Zitrusdürfe (z. B. Lemongrass) können einzeln oder in Kombination eine kühlende Wirkung erzeugen. https://www.airomat.ch

Studien zur Kühlwirkung
Die Geruchs-Forschung hat gezeigt, dass künstliche Menthol Düfte die Rezeptoren im Gehirn stimulieren, die für die Wahrnehmung von Kälte zuständig sind. In klinischen Tests führten Menthol-Inhalationen dazu, dass Proband:innen die Umgebungstemperatur subjektiv um bis zu zwei Grad kühler einstuften. Ähnliche Effekte wurden bei Zitrusdüften beobachtet, die im Gehirn mit Frische und Sauberkeit verknüpft sind und so die wahrgenommene Luftqualität verbessern. Eine japanische Studie untersuchte die Wirkung von Pfefferminzduft in Büroumgebungen während Hitzeperioden und stellte fest, dass die Fehlerrate sank und das thermische Komfortempfinden stieg. Besonders relevant ist, dass passende Düfte die Atemfrequenz beruhigen und so das Herz-Kreislauf-System entlasten. Düfte sind eine schnelle Methode, um das Wohlbefinden zu steigern. Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass Gerüche individuell sehr unterschiedlich wirken. Minze wirkt bei den meisten kühlend, vereinzelt kann sie Unruhe auslösen.