Das Forschungsprojekt „Cool Down“ (2022-2026) suchte nach neuen Wegen, um sommerliche Hitzewellen für ältere Menschen erträglicher zu machen. In einem Altersheim der Viva Luzern testeten wir Lösungsansätze, um das temperaturbezogene Wohlbefinden positiv zu beeinflussen. Zum Einsatz kamen u. a. Gerüche, Farben und Licht, die, einzeln oder in Kombinationen, im Raum, in der Nähe oder direkt am Körper des Menschen wirken.
Diese Toolbox liefert Hintergrundwissen (Konzept und Ansatz), beinhaltet Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt (Kühlwirkung) und zeigt, wie mit multisensorischen Reizen im Bereich der visuellen, akustischen, taktilen und olfaktorischen Wahrnehmung das Wärmeempfinden beeinflusst werden kann (Kühlbibliothek).
Hitze ist für Senior:innen weit mehr als nur ein kurzes Unwohlsein. Mit zunehmendem Alter lassen das Durstgefühl und die Fähigkeit zu Schwitzen nach und der Körper kann die eigene Temperatur schlechter regulieren. Das belastet insbesondere Herz und Kreislauf. Das Risiko für gesundheitliche Komplikationen, besonders bei Vorerkrankungen, erhöht sich dadurch. Medikamente können die Wärmeregulation zusätzlich beeinträchtigen. Aus diesen Gründen ist es wichtig, älteren Menschen einfache Möglichkeiten anzubieten, um ihr temperaturbezogenes Wohlbefinden selbst kontrollieren zu können.
Das Projekt Cool Down wurde in einem Pflegeheim der Viva Luzern (Betreiber von Pflegeheimen in der Zentralschweiz) als Reallabor durchgeführt. Hier arbeiteten Forschende, Unternehmen, Pflegende und Bewohner:innen zusammen und forschten an zukunftsfähigen Lösungen zur Verbesserung des Wohlbefindens im Sommer. Das Ziel dabei war es, partizipativ und kooperativ Veränderungsprozesse anzustossen und wissenschaftliche wie gesellschaftliche Lernprozesse zu verstehen.
Mit dieser Webseite wollen wir zum einen Fachpersonen aus Altersinstitutionen (z. B. technische Leitung, Facility Management) und Architektur, zum anderen aber auch eine breite Öffentlichkeit, insbesondere ältere Menschen, ansprechen. Das Ziel ist die Darstellung von Methoden, um thermisches Wohlbefinden auch mit einfachen Mitteln herzustellen. Das Projekt zeigt, wie Pflegende und Bewohner:innen eines Pflegeheims ohne grossen Aufwand für Erleichterung während Hitzewellen sorgen können.

Konzept und Ansatz
Der Ansatz setzt auf Mitbestimmung. Den Bewohner:innen standen sieben wissenschaftlich bekannte Raumelemente mit unterschiedlichen Wirkungen zur Verfügung. Bis zu drei konnten sie für ihr Zimmer auswählen.

Kühlbibliothek
Eine Sammlung aus Düften, Farben, Lichtfarben, Textilien und Pflanzen ist das Kernstück des Projektes. Jeder Reiz wurde so ausgewählt, dass er in Kombinationen in der Lage ist das Empfinden von Hitze psychologisch und physisch zu mildern.

Kühlwirkung
Die gefühlte, subjektive Temperatur kann im Vergleich zur gemessenen Temperatur um bis zu mehreren Grad Celsius niedriger sein. Diese Kühlwirkung entsteht aus einer Verarbeitung von unterschiedlichen Sinnesreizen im Gehirn.