VKT Videokonferenz-Tools

VKT Videokonferenz-Tools

Die Gestaltung von videogestütztem Unterricht

Hybrider Unterricht, also Unterricht, der gleichzeitig vor Ort und online durchgeführt wird, ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil von Kursen und Weiterbildung an Hochschulen geworden. Mit einem Videokonferenz-Tool wird ein virtueller Unterrichtsraum erstellt, in welchem sich Dozierende und Studierende begegnen, physisch aber nicht am gleichen Ort sind. Dadurch eröffnen sich viele verschiedene Möglichkeiten, den Unterricht zu gestalten. Gleichzeitig gibt es noch wenig Erfahrung mit Online-Unterricht, und die genutzten Tools sind nicht speziell für den Unterricht gemacht. Deshalb stellt sich die Frage, welche besonderen Herausforderungen diese neuen Unterrichtsformate mit sich bringen.

Ziel

Das Ziel des Projektes war, Leitlinien herauszuarbeiten, wie sich wirksamer Unterricht mit einem Videokonferenz-Tool durchführen lässt. Ausserdem sollen die Dozierenden anhand von Best Practice Beispielen ihre digitalen Fertigkeiten entwickeln. Bei der Erstellung der Leitlinien stützten wir uns auf die grundlegenden Dimensionen wirksamen Unterrichts. Ferner untersuchten wir von mehreren Seiten die Möglichkeiten und den Einsatz von bestehenden Videokonferenz-Tools in der Lehre an Hochschulen.

Ergebnisse

Videokonferenz-Tools wurden prinzipiell nicht für den Unterricht, sondern für (Business-)Meetings entwickelt.

Alle Videokonferenz-Tools, die wir von mehreren Seiten (multiperspektivisch) ausgewertet haben – von der technisch-informatischen Seite sowie von Seiten UX-und Unterrichtsforschung – zeigen somit klare Schwächen, wenn es um die Gestaltung von wirksamem Unterricht geht.

Zusätzlich zur multiperspektivischen Auswertung haben wir Studierende und Dozierende in Fokusgruppen interviewt sowie Expertinnen und Experten in Hochschuldidaktik hinzugezogen, um Chancen und Herausforderungen, Ideen, Dos and Don’ts bei der Nutzung von Videokonferenz-Tools breit zusammenzutragen.

Basierend auf der multiperspektivischen Auswertung sowie den Ergebnissen der Fokusgruppeninterview verfassten wir einen Leitfaden mit Anregungen für den hybriden Unterricht an Hochschulen.

Weiterführend

Ausgehend von den Ergebnissen der multiperspektiven Auswertung sowie der Fokusgruppen entwickelten wir Ideen, wie Videokonferenz-Tools aussehen könnten, um den Anforderungen und Zielen des Hochschulunterrichts gerecht zu werden. Dazu entstand eine Matrix zur Gestaltung von videogestütztem Unterricht, welche sich mit den UX-Dimensionen der ISO Norm (ISO 9241-110) sowie den Dimensionen von wirksamem Unterricht befasst.

Das Bild zeigt eine Tabelle auf, welche sich mit den Dimensionen wirksamen Unterrichts sowie den UX-Normen der ISO 9241-110 befasst. Bei den Dimensionen wirksamen Unterrichts stehen die Klassenführung der Dozierenden sowie auch der Studierenden im Fokus. Diese sind den sieben UX-Dimensionen Aufgabenangemessenheit, Erwartungskonformität, Steuerbarkeit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Lernförderlichkeit, Fehlertoleranz und Individualisierbarkeit gegenübergestellt.

Aus den sieben UX-Dimensionen der oben genannten ISO-Norm kamen auch Ideen, wie man ein Videokonferenz-Tool speziell für den Unterricht gestalten könnte. Diese Ideen wurden mit Hilfe von Storyboards veranschaulicht und leichter vorstellbar gemacht.

Wir durften unsere Ergebnisse des Leitfadens, die Matrix sowie auch die Storyboards Ende August 2024 an der Tagung «Hochschule Digital» an der PH-Luzern ausstellen.

Daten zum Projekt

ProjektartForschung
Zeitraum01.06.2021 – 31.12.2024
ProjektpartnerPädagogische Hochschule Schwyz PHSZ
FinanzierungProjektantrag P8 («Digitale Lehre – Digitale Präsenz – Digitales Studium»)
ProjektteamMarcel Uhr, Rosina Brosi, Eckart Zitzler