Ein Bauernhaus im Freilichtmuseum Ballenberg erzählt seine Geschichte
Die Dissertation «Zwischen bäuerlicher Tradition und touristischer Moderne» unseres Dozenten und Projektleiters Stefan Kunz findet seit Neuem eine ganz besondere Anwendung: im Freilichtmuseum Ballenberg kommt das von Kunz untersuchte Bauernhaus aus Adelboden mit den Besuchenden ins Gespräch – dank Virtual Reality und künstlicher Intelligenz. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Forschungsprojekt des Freilichtmuseums und mehrerer Departemente der Hochschule Luzern, in dem Museumsexpertise, Design, Kulturgeschichte und Informatik zusammenspielen.
Das Bauernhaus aus Adelboden steht seit 1968 im Freilichtmuseum Ballenberg, ganz real, wie es zuletzt in Adelboden gestanden ist. Neu trägt Virtual Reality dazu bei, dass nicht nur die Architektur des Hauses, sondern auch seine Geschichte lebendig wird. Besucherinnen und Besucher können nun also zum Beispiel mit einem Tablet zum «Gästebuch» gehen und dort das Bild des Ofens scannen. Geht man dann zum realen Ofen, so erzählt der von seinen Erinnerungen an die Zeit, in der das Haus als Jugendherberge genutzt wurde. Das Haus war das erste Massenlager in Adelboden und um 1930 offizielle Schweizer Jugendherberge mit Platz für etwa 30 Personen. Der Ofen hat seinen ganz eigenen Blick auf diese Zeit und ihre Übrigbleibsel – etwa die Namen, die Besuchende ins Holz eingeritzt haben. Statt nur mit der Einrichtung, kann man sich auch gleich mit dem ganzen Gebäude unterhalten, das auf Anfrage bereitwillig von seinem Bau, seiner wechselhaften Geschichte und derjenigen seiner Bewohnerinnen und Bewohner erzählt. Möglich macht das Gespräch ein Bot.
Der auf Virtual und Mixed Reality spezialisierte Designforscher Tobias Matter von der HSLU Design Film Kunst leitete das Gesamtprojekt. Mit seinem Team zeichnete er verantwortlich für den Entstehungsprozess sowie für das visuelle und akustische Design der Präsentation. Der Informatiker Ludovic Amruthalingam vom Applied AI Research Lab der HSLU Informatik ist auf Künstliche Intelligenz spezialisiert und hat den Bot basierend auf der Dissertation von Stefan Kunz programmiert.
Das Feedback der Besuchenden in dieser Saison soll anschliessend in die Weiterentwicklung des Forschungsprojekts einfliessen.
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Kontakt
Stefan Kunz
Dozent / Forscher
Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP)
stefan.kunz@hslu.ch