circular time lab – 2. Jahr

Das dreijährige Design-Build-Projekt «Circular Time Lab» des Instituts für Architektur vereint Forschung und Lehre. Architekturstudierende des 2. Semesters entwickeln und erproben gemeinsam mit Lernenden aus regionalen Holzbaubetrieben Hands-on das kreislauffähige Bauen und machen dies inmitten der Stadt Luzern für die breite Öffentlichkeit erlebbar. Dieser Beitrag ist der zweiten Durchführung im Frühlingssemester 2026 gewidmet und wird laufend aktualisiert.

Luzerner Sommer

Der Titel «Luzerner Sommer» ist auch in diesem Jahr Programm: Es werden wiederum drei temporäre «sommerliche» Strukturen im urbanen Raum von Luzern errichtet. Alle Bauten entstehen an öffentlichen Orten, sind frei zugänglich und bieten der Stadtbevölkerung während des Sommers einen temporären Mehrwert. Die Strukturen sind explizit auf eine sommerliche Nutzung ausgerichtet und sollen auf die Eigenarten einer sommerlichen Stadt Luzern reagieren: programmatisch, klimatisch, kulturell. Die Objekte sollen Vielfalt, Begegnung und ein atmosphärisches Erleben von Holzstrukturen im Stadtraum erzeugen. Ein aussergewöhnlicher «Luzerner Sommer»!

Rückbau der Strukturen aus dem 1. Jahr

Die drei Strukturen des ersten Jahrs waren Grundlage für die Arbeit bei der zweiten Durchführung. In den Projekten werden Hölzer eingesetzt, die bereits einige Bearbeitungen durchlaufen haben. Zum Teil standen die Strukturen am Anfang des Semesters noch (Emmenbrücke, teils vor Bar Elefant in Horw) oder waren eingelagert.
Nun ging es darum, die Strukturen vollständig zurückzubauen und ins Atelier Ebenau zu holen. Dabei sollte verstanden werden, wie die Strukturen konzipiert waren, welche Hierarchien der Teile und Elemente sie verfolgten und wie Verbindungen wirkten. Gleichzeitig wurde der vorhandene Bauteilkatalog inspiziert (bzgl. Art/Menge) und revidiert. Die Bauteile waren mit einer eingelaserten Nummer versehen. Die Studierenden vermerkten, in welchem Zustand die Bauteile sind. Es galt, sich die Strukturen anzueignen: «Rückbauen und dabei Lernen» als Devise.

Process first

Während der ersten 9 Wochen erarbeiteten die Studierenden einen strukturellen und räumlichen Entwurf in Einzelarbeit. Das prozessuale Entwerfen und Konstruieren stand im Mittelpunkt. Es galt, aus der Logik der Fügung von Holzteilen, den Arbeitsschritten der Fertigung und Montage und der möglichen Rückbaubarkeit heraus architektonische Themen abzuleiten. Es entstand ein erstes kreislauffähiges, architektonisches Projekt.

Entwurfsarbeit

Im zweiten Teil des Semesters, dem Reallabor, arbeiten die Studierenden in Gruppen: Zwei Ateliers schliessen sich zu je einer Reallabor-Gruppe von je 25-40 Personen zusammen. Sie entwickeln zusammen mit ihren Dozierenden im Team aus den bisherigen Einzelentwürfen je eine (einzige) neue Struktur, die real in der Stadt Luzern ausgeführt wird. Das Potenzial der Einzelentwürfe für die reale Umsetzung wurde in der Grossgruppe diskutiert und ausgewertet. Als Grundlage diente ein Raster nach den drei Kriterien Ort & Nutzung, Struktur und Zirkularität. Auf Basis dieser Diskussion sollte eine mögliche Richtung für das Gruppenprojekt gefunden werden.

Reallabor

Am 24. April 2026 startete das Reallabor mit einem Praxis- und Entwurfs-Workshop. Die Studierenden konnten mit Unterstützung durch die Lernenden und Ausbildner aus den Holzbaubetrieben Hands-on unterschiedliche Verbindungstechniken des Holzbaus kennenlernen und selbst ausprobieren.

Nun gilt es eine effiziente Einteilung in Kleingruppen bzw. Aufgabenbereiche zu finden, die eine zügige Entwicklung, Herstellung und Montage des 1:1-Konstruktes erlaubt. Tragwerkcoaches unterstützen die Studierenden und gemeinsam mit den Lernenden aus den regionalen Holzbaubetrieben werden die Strukturen 1:1 in den Räumlichkeiten des Ateliers Ebenau in Horw vorfabriziert. Sowohl vorgefundene Bedingungen im Atelier als auch die Rahmenbedingungen des Transports erhöhen die Komplexität und beeinflussen den Entwurf und die Ausführung.

Tragwerkscoaching mit Pius Renggli von Holzprojekt AG

Und während die einen schon am Bauen sind, wird bei den anderen noch an konstruktiven Details gefeilt…

Montage vor Ort

Nach der Fertigung der Verbindungen und Elementen werden diese konzentriert in die Stadt Luzern an die jeweiligen Bauplätze transportiert und innert kürzester Zeit aufgebaut. Das Aufbauen der Strukturen findet vom 8.-12. Juni 2026 statt und wird mit einem kleinen Richtfest abgeschlossen. Die Schlusskritik des Semesters findet am 25. Juni 2026 bei den Reallabor-Konstrukten statt.

Struktur Viscosi-Areal Emmenbrücke

Struktur Inseli Luzern

Struktur Apothekergärtli Luzern

Organisation

Projektleitung
Hochschule Luzern – Technik & Architektur
Institut für Architektur IAR

Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur CCTP
Bachelor in Architektur – Projektmodul Struktur

Kontakt

Pascal Wacker
Projektleitung Forschung
Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP)
pascal.wacker@hslu.ch

Wolfgang Rossbauer
Projektleitung Lehre
Bachelor in Architektur – Projektmodul Struktur
wolfgang.rossbauer@hslu.ch

Maurus Winistörfer
Projektkoordination Praxis
schaerholzbau ag
maurus.winistörfer@schaerholzbau.ch

Projektbeteiligte

Forschungsteam
Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur CCTP:
Pascal Wacker, Sonja Geier

Team Lehre IAR
Bachelor in Architektur – Projektmodul Struktur
Modulverantwortlicher: Wolfgang Rossbauer
Lehrteam: Bianca Anna Boeckle, Matthew Howell, Rabea Kalbermatten, Thomas Summermatter, Norma Tollmann
Assistierende: Jana Mulle, Jonas Heller
Materialbibliothek: Susanne Triller

Team Ingenieure
Pius Renggli, holzprojekt AG
Josua Bossert, holzprojekt AG
Thomas Kohlhammer, HSLU
Andreas Galmarini, WaltGalmarini AG

Praxisteam
schaerholzbau AG: Maurus Winistörfer & Lernende
Haupt AG: Thomas Bitzi & Lernende
Dubach Holzbau AG: Christoph Minder & Lernende
erni Holzbau AG: Martin Liembd & Lernende

Das Circular Time Lab als Schweizer Reallabor des europäischen Alpine Space-Projektes BAUHALPS wird im Rahmen der Neuen Regionalpolitik NRP des Staatssekretariates für Wirtschaft SECO über den Fonds für Regionalentwicklung, sowie der Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern (lawa) und durch Eigenmittel der Hochschule Luzern kofinanziert und vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) begleitet.

Weitere Stories

Weitere Stories