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Im Frühlingssemester 2023 bearbeiteten und reflektierten die Masterstudierenden im Modul «Basic Lectures» das Thema Baukultur. Die Studierenden wurden ermutigt, sich aktiv mit den Besonderheiten verschiedener Kulturen, Positionen und Werkzeuge als notwendige Bestandteile einer bewussten architektonischen Haltung auseinanderzusetzen.

Im Januar 2018 verabschiedeten die europäischen Kulturminister die Erklärung von Davos, in der eine qualitativ hochwertige Baukultur gefordert wird, «um das Wohlergehen aller zu verbessern». Im Jahr 2021 definierte das Bundesamt für Kultur das Davoser Baukultur-Qualitätssystem, ein Instrument, welches es ermöglicht, die Baukultur-Qualitäten von Orten anhand von acht Kriterien zu bewerten: Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius loci und Schönheit. Im Januar 2023 fand in Davos eine neue Konferenz statt, die sich mit der Rolle der Bau- und Immobilienwirtschaft unter Berücksichtigung der Baukultur als Gemeingut befasste.

Das Modul «Basic Lectures» bot einen historischen und theoretischen Überblick und ermittelte Definitionen von Baukulturen und ihrer Rolle. Baukulturen werden nicht nur nach ihrer architektonischen Leistung beurteilt, sondern auch in ihrem sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Kontext analysiert und verstanden. Welche inhaltliche Konsistenz sollte eine Architektur einer historischen Periode und eines physischen und immateriellen Kontextes kennzeichnen? Wie wird Architektur produziert? Was sind ihre Wurzeln? Was sollte sie tun? Analogien und Widersprüche zwischen Theorien, Ideologien und Wissen sowie Berührungs- und Kontrastpunkte mit anderen Disziplinen wurden diskutiert und vertieft, um sie gleichzeitig mit mehreren Wissensebenen in Verbindung zu bringen. Architektursprachen wurden so als Teil eines allgemeinen kulturellen Diskurses erlebt. Architektonische Ergebnisse sind lebendig und nicht ein für alle Mal abgeschlossen, sondern veränder- und erneuerbar. Architektur ist per Definition nie fertig. Das Gleiche gilt für Gründe, Überzeugungen und Hoffnungen, die über sie hinausgehen.

Semesteraufgabe

Die Studierenden hatten die Aufgabe, ein Plakat mit ihrer Gruppendefinition von Baukultur zu erstellen, die zwei Kriterien auszuwählen, welche sie als am wichtigsten erachten, um ihr Verständnis von Baukultur auszudrücken, und eines der besuchten Gebäude/Quartiere in Zürich auszuwählen. Nach der Fokussierung auf die beiden ausgewählten Kriterien sollten sie ein 10-minütiges Video und eine illustrierte Broschüre erstellen, um ihre Interpretation und Übersetzung des Gebäudes zu präsentieren und dabei ihre eigenen Erfahrungen und Hintergründen zu integrieren.

MAAG Areal von Nathan Boder, Anders Gjesdal, Laura Rubio

«Entdecken Sie die faszinierende Entwicklung des MAAG Areals in Zürich. Tauchen Sie ein in die einzigartige Atmosphäre des Quartiers, welches sich vom Industriequartier zum luxuriösen Wohnquartier gewandelt hat. Als Zeugen des industriellen Erbes von Zürich verschmelzen die Strukturen des MAAG Areals mit einer pulsierenden kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. Erforschen Sie die postindustrielle Urbanisierung, öffentliche Debatten und die Bedeutung der städtischen Identität. Es ist ein pulsierender Ort, eine harmonische Mischung aus neuen und alten Gebäuden, wo sich die Architektur als ikonografisches Mittel neu erfindet.»

Video über das MAAG Areal Zürich von Nathan Boder, Anders Gjesdal und Laura Rubio
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