Bachelor Architektur Intermediate

MATERIALITÄT

TA.BA_MAT.FS2601 / TA.BA_MAT.FS2602

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Highlight Modul MATERIALITÄT Katerina Anna Gutknecht: Patina der Zeit

Kupfer, 140 x 50 x 50 cm
Die Skulptur „Patina der Zeit“ thematisiert den Wandel von Kupfer im Verlauf der Zeit. Sechs Kupferringe aus Restmaterial zeigen unterschiedliche Stadien von Oxidation: naturbelassen, leicht und stark oxidiert. Die Patina wird dabei zum sichtbaren Ausdruck von Zeit und Veränderung. Durch das Gewicht des oberen Kupferrings verformt sich das darunterliegende Kupfer. So macht es die materialtypische Spannung zwischen Steifheit und Flexibilität erfahrbar. Die Form der Kupferringe verweist auf den Kreislauf der Zeit. Ein Gleichgewicht wird erzeugt durch die Anordnung von drei zu drei Ringen. Je nach Perspektive verändert sich die Wahrnehmung der Skultptur, wodurch ihre Vielschichtigkeit betont wird. Die lebendige Oberfläche des Kupfers verleiht dem Objekt eine organische, beinahe wachsende Präsenz.

Highlight Modul MATERIALITÄT Sandro Stadlin: STASIS

Beton, Ast, ca. 2.05m x 1.20m
Ein Ast trifft auf Beton – oder – trifft der Beton auf den Ast
Gewachsenes Material auf gesetzte schwere Masse.
Eine ablesbare Schwerkraft. Eine Begegnung. Ein Moment der Starre.
Nichts fügt sich vollständig, die Verbindung – zufällig – aber doch notwendig.
Als hätte ein Moment den nächsten Unterbrochen.
Der Sockel eine Spur des Werdens.
Gesägt, gebohrt, gefügt, gespannt, verschoben, gefügt.
Der Ast hebt sich vom Boden, entzieht sich der Eindeutigkeit.
Er steht nicht, er liegt nicht – er verharrt.
STASIS – Der Moment gefroren, ohne klare Haltung.

aus: A.Tabuchi, Atlas of Forms, 2021

Modulverantwortung: Max Leiß
Lehrteam: David Berweger, Torsten Lange, Max Leiß, Lena Mäder, Peter Omachen, Laura Sennhauser, Susanne Triller

Plastische Gestaltung und Materialität stehen im Fokus dieses Moduls. Welche Rolle spielen Materialien und ihre Eigenschaften in Architektur und Konstruktion, welche Strategien plastischen Entwerfens wenden wir an?
In einer Abfolge von Aufgaben und Workshops begeben wir uns in die direkte Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien, vertiefen das theoretische, sinnliche, handwerkliche Verständnis von Baustoffen und Bearbeitungstechniken. Plastische Formgebungsverfahren wie Modellieren, Abformung, (De-)Konstruktion und Assemblage werden entwickelt und reflektiert. Der individuelle gestalterische Zugang wird über eine freie Entwurfsstudie und Materialrecherche gestärkt. Die Auseinandersetzung mit Skulptur und künstlerischen Strategien erweitert das Verständnis räumlicher Gestaltung. Vorträge und Exkursionen untersuchen die Materialität in Kunst, Architektur und Bauwesen.
Die Digitalisierung von Entwurfs- und Produktionsabläufen hat den Gestaltungsvorgang stark verändert. Dieser muss dennoch der materiellen Realität von gebautem Raum und seiner Entstehung Rechnung tragen. Baustoffe sind heute in ein Netz von Normen und Standards eingeschrieben. Sie sind stark technisch determiniert und unterliegen strikten Anforderungen an ihre Performanz – ihre kulturelle Verortung und ihre atmosphärische Wirkung sollten wir jedoch kennen und bewusst einsetzen. Im Kontext der gegenwärtigen ökologischen Krise kann Material nicht länger neutral und entpolitisiert betrachtet werden, sondern es gilt, Materialität in komplexen Ökologien von Ressourcen- und Stoffströmen zu überdenken. Die Dringlichkeit eines nachhaltigen Einsatzes von Material und die Entwicklung einer kreislauffähigen Bauwirtschaft erfordern auch neue Strategien plastischen Entwerfens.

Veranstaltungen

Startveranstaltung

18.02. 2026, 8:30, E404

(Vollzeitstudium)

Startveranstaltung

19.02. 2026 12:30, E404

(berufsbegleitend)