Master Kollaborative Raumentwicklung

Praxisprojekt 3: Längweiher, wie willst Du wohnen?

TA.KOL_LB3.H2601

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WoKo, Studentische Wohngenossenschaft, Studierende beim Essen, Fotograf Lüthy, Patrick 1958. ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv.

Modulverantwortung: Amelie Mayer und Tabea Michaelis
Lehrteam: Judith Blum, Sascha Delz, Lukas Fink, Tanja Schönberg und Samuel Seiler
Wissenschaftliche Assistierende: Fidelia Gartner, Alessandro Rearte & Nathalie Peeters

Inhalt
Die Entwicklung urbaner Areale vollzieht sich heute selten als linearer Planungsakt, sondern als schrittweiser, aushandlungsintensiver Prozess, in dem Nutzungen erprobt, Trägerschaften aufgebaut und wirtschaftliche wie gemeinwohlorientierte Interessen ausbalanciert werden müssen. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Stadt Luzern, das Areal Längweiher Mitte schrittweise zu entwickeln und langfristig gemeinnützige Trägerschaften zu gewinnen, die im Baurecht bezahlbaren Wohnraum realisieren. Nach Inkrafttreten der neuen BZO Littau-Luzern (frühestens Mitte 2027) sind rund 600 Wohnungen möglich; modulares studentisches Wohnen zeichnet sich als Initialphase ab. Um das Areal frühzeitig zu aktivieren und künftige Nutzungen zu erproben, plant die Stadt gemeinsam mit der HSLU studentisches Wohnen mit einer Laufzeit von 15–20 Jahren – nicht als gesetzte Lösung, sondern zugleich als Ausgangspunkt und Untersuchungsgegenstand.

Unter dem Motto «Studierende planen für Studierende» fragt das Modul, wie studentisches Wohnen und Arbeiten eine schrittweise, gemeinwohlorientierte und wirtschaftlich tragfähige Arealentwicklung anstossen und langfristig verstetigen kann – und welche Rolle diese Nutzung für den Ort überhaupt spielt. Ausgangspunkt bildet eine sozial-räumliche Analyse des bestehenden Umfelds und seiner alltäglichen Praktiken, Freiräume und Netzwerke. Darauf aufbauend werden vier Themenfelder vertieft: hybride Wohn- und Nutzungsformen, städtebauliche Etappierung, kollaborative Prozessgestaltung sowie gemeinwohlorientierte Trägermodelle und Wirtschaftlichkeit. Das Modul ist als realitätsnahes Projekt angelegt, in dem die Vorschläge der Studierenden in einen produktiven Dialog mit der Dienstabteilung Immobilien als Eigentümervertreterin treten.

Ziel
Die Studierenden lesen räumliche, landschaftliche, soziale und infrastrukturelle Zusammenhänge einer konkreten Situation und machen ihre Erhebungen mit geeigneten Darstellungstechniken nachvollziehbar. Sie entwickeln daraus Szenarien und Handlungsvorschläge für den Umgang mit komplexen raumrelevanten Fragestellungen und verknüpfen dabei die städtebauliche, sozialräumliche, organisatorische, ökonomische und politische Ebene miteinander. Sie beurteilen temporäre und hybride Wohn- und Nutzungsformen hinsichtlich ihrer Wirkung auf Areal und Quartier, denken Pioniernutzung und langfristige Verstetigung zusammen und leiten daraus ein dynamisches Leitbild bzw. eine begründete Vision für die schrittweise Entwicklung des Areals ab. Ihre Argumente entwickeln sie zu tragfähigen Argumentationslinien und vermitteln diese gegenüber der Auftraggeberin und weiteren Akteursgruppen nachvollziehbar.

Anforderungen
Voraussetzung ist eine aktive Teilnahme und die Mitarbeit an den Übungen, Peer-Reviews und wöchentlichen Open-Talks mit Coaches und Auftraggeber:innen. Gearbeitet wird in 3–4er-Combos, die zu Beginn des Semesters gebildet werden und einzelne Themenschwerpunkte fokussiert vertiefen. Die Semesterabgabe besteht in einem dynamischen Leitbild für das Areal, das die räumliche, nutzungsbezogene, wirtschaftliche und prozessuale Perspektive zusammenführt und aufzeigt, wie sich der Längweiher schrittweise von einer Pioniernutzung zu einem tragfähigen, verdichteten und vielfältig genutzten Quartierbaustein entwickeln kann.

Veranstaltungen

Freitags 19.09 bis 23.01.26

09:30 bis 17:30 Uhr