Master Kollaborative Raumentwicklung
Praxisprojekt 1: Transformation Alpen – Assoziieren, Perspektivieren, Typologisieren
TA.KOL_LB1.H2601
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Sonderausstellung "Der Bau der Alpen". ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv
Modulverantwortung: Amelie Mayer & Tabea Michaelis
Lehrteam: Leona Lynen mit Gäste Ulrike Sturm, Jens Badura & weitere
Wissenschaftliche assistierende: Fidelia Gartner, Alessandro Rearte und Nathalie Peeters
Inhalt
Der Wandel alpiner Räume vollzieht sich heute selten als einzelnes, klar abgrenzbares Ereignis, sondern als vielschichtiger, gleichzeitig ablaufender Transformationsprozess, in dem sich klimatische, infrastrukturelle, ökonomische und gesellschaftliche Veränderungen überlagern und gegenseitig verstärken. Besonders anschaulich zeigt sich diese Gleichzeitigkeit von Wandel und Unsicherheit entlang der Gotthardachse: Zwischen Altdorf und Andermatt schmelzen Gletscher, verschwindet der Permafrost, nehmen Naturgefahren zu und werden Wasserressourcen knapper; zugleich verschieben sich Mobilitätsmuster, wandeln sich touristische Nutzungen und ordnen sich die Beziehungen zwischen Berggebiet und Unterland neu. Mit dem Bau der zweiten Gotthard-Strassenröhre kommt ein weiterer weitreichender Eingriff hinzu, der lokale Lebenswelten, wirtschaftliche Dynamiken und räumliche Entwicklungen entlang des gesamten Korridors A2 beeinflusst. Dieser Abschnitt der Schweizer Alpen bildet zugleich Ausgangspunkt und Untersuchungsgegenstand des Moduls.
Unter dem Jahresthema «Transformation Alpen» fragt das Modul, wie sich dieser vielschichtige Wandel lesen, verstehen und darstellen lässt – und welche Relationen, Besonderheiten und Zukunftsperspektiven sich daraus für den Raum und die dort lebenden und arbeitenden Menschen ergeben. Ausgangspunkt bildet eine sozialräumliche empirische Lesung des bestehenden Umfelds mit seinen alltäglichen Praktiken, räumlichen Strukturen und gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen. Darauf aufbauend werden verschiedene Dimensionen vertieft: Wirtschaft, Energie, Klima & Biodiversität, Tourismus sowie Wohnen und Arbeiten. Das Modul ist als realitätsnahes, interdisziplinäres Projekt angelegt, in dem die Studierenden mit qualitativen und performativen Methoden arbeiten und in einen produktiven Dialog mit dem Ko:Lab Team, mit Expert:innen aus Planung und Praxis sowie mit Vertreter:innen der lokalen Gemeinden treten.
Ziel
Die Studierenden lesen räumliche, landschaftliche, soziale, ökologische und infrastrukturelle Zusammenhänge einer konkreten Situation und machen ihre Erhebungen mit geeigneten qualitativen und performativen Methoden sowie geeigneter Darstellungstechniken nachvollziehbar. Sie verknüpfen dabei die räumliche, sozialräumliche, ökologische, ökonomische und politische Ebene miteinander und übersetzen ihre Beobachtungen in ein differenziertes sozialräumliches Vokabular, das die Vielschichtigkeit der Transformation greifbar macht. Sie legen sozialräumliche Typologien und Muster frei und stellen diese in Form von analytischen Karten, Grafiken, Collagen, Videografien und Texten dar. Ihre Erkenntnisse führen sie in einem forschungsgebietsübergreifenden Open-End-Katalog zusammen und vermitteln sie gegenüber den beteiligten Akteursgruppen nachvollziehbar. Die im ersten Semester gemeinsam erarbeitete empirische Grundlage bildet den Ausgangspunkt für individuelle, thematische Vertiefungen im weiterführenden Praxisprojekt des zweiten Semesters.
Anforderungen
Voraussetzung ist eine aktive Teilnahme und die Mitarbeit an den Session, Practices und Zwischenpräsentationen sowie Pre- und Final Review. Gearbeitet wird in interdisziplinären 3–4er-Combos. Die Semesterabgabe besteht in den freigelegten sozialräumlichen Typologien, aufbereitet in analytischen Karten, Grafiken, Collagen, Videografien und Texten, die zu einem gemeinsamen Open-End-Katalog zusammengeführt werden und aufzeigen, wie sich der alpine Transformationsprozess entlang der Gotthardachse lesen, ordnen und greifbar machen lässt.
Veranstaltungen
Freitags, 18.09 bis 29.01.26
09:30 bis 17:30 Uhr