Materiallabor
Das Modul «Materiallabor» (Modulverantwortung Susanne Triller) findet als Blockwoche statt. Zusammen mit ausgewählten Expertinnen aus Theorie und Praxis erforschen, experimentieren und entwerfen die Studierenden jeweils eine bauliche Intervention mit lokalen Materialien sowie verfügbaren ReUse-Materialien. Im Herbstsemester 2025 knüpften sie an die bestehende Struktur des Lehm-Pavillons an und formten – mit Händen und Verstand – einen Lehmofen aus den erdbasierten Materialien.
Im Vorfeld der Blockwoche recherchierten die Studierenden das Wissen zu verschiedenen Typen tradierter Wärmequellen bis zur heutigen Entwicklung. Ein technischer Bauplan des Lehmofens wurde von der beteiligten Ofenbauerin vorher erstellt, so konnten die Studierenden mit dem vorhandenen Material gestalterisch anknüpfen und entwerfen. Zu Beginn der Blockwoche lernten sie mannigfaltige Erdmaterialien – wie Grubenlehm, Lehmsteine, Strohlehm uvm. – kennen, analysierten und transformierten diese mit Händen und Werkzeugen bis zum benötigten Bauteil des Lehmofens. Der dreiteilige Hybridofen, bestehend aus einem Feuer- und Brotbackraum, mit anschliessender Ofenbank als Wärmespeicher und Abluftkamin, ist das innovative Ergebnis der Blockwoche.
Ziel der Blockwoche war es, ein Verständnis für tradierte Feuerstätten zu entwickeln und diese in eine zeitgenössische Übersetzung zu überführen. Die Studierenden beschäftigten sich mit ihrer Funktionsweise, ihrer Geschichte und ihrer kulturellen Bedeutung. Öfen begriffen sie dabei sowohl als Orte sozialer Interaktion und Kulturvermittlung als auch als physikalische Wärmesysteme und technische Konstruktionen. Die Umsetzung war eine sowohl praktische wie auch kommunikative Teamleistung. Der gesamte Prozess wurde durch gemeinsam generiertes Wissen konsolidiert und dokumentiert. Dabei zeigten sich unzählige Aspekte, die sich zu einem großen Ganzen fügen.