Künstliche Intelligenz am CCTP
Das Thema «Künstliche Intelligenz» wird am Institut für Architektur der Hochschule Luzern intensiv und auf mehreren Ebenen erforscht und gelehrt. Dabei setzt sich das CCTP intensiv mit Chancen und Risiken von KI in der Architektur auseinander.

Weiterbildungskurs «Digital Construction – Generative KI für die Baubranche»
Vom 13. bis 28. November 2026 bietet die Hochschule Luzern den neuen Weiterbildungskurs «Generative KI für die Baubranche» an – drei Präsenztage in Horw sowie drei Online-Halbtage. Anhand konkreter Fallbeispiele zeigt der Kurs, wie generative KI Planung, Entwicklung und Ausführung von Bauprojekten heute schon unterstützt, und vermittelt sowohl praktische Tool-Kompetenz als auch strategisches Wissen zur Einführung von KI im eigenen Unternehmen.
Der Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte der Baubranche und ist integraler Bestandteil des CAS Digital Construction – Entwurf und Planung; bei späterer CAS-Teilnahme werden die Lektionen angerechnet.
Kursleitung: Thomas Heim (CCTP/IAR) Weitere Dozierende: Anh Patrick Tran, Michael Holder, Timo Bilhöfer, Markus Koschenz, Lukas Stöckli, Dr. Marc Gille.

KI-Impuls im Bachelor Digital Construction: CCTP Beitrag im Modul «Digital Construction Technologien»
Im Intermediate-Modul des Bachelor-Studiengangs Digital Construction leisten wir einen Beitrag zum Thema generative KI. Thomas Heim vom CCTP unterrichtet in diesem Modul.
Das Modul führt Studierende in drei Phasen durch digital basierte Prozesse: von der Definition eines Use-Case über die Evaluation geeigneter Software bis zur Umsetzung in einem Proof of Concept. Da KI in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnt, fliesst das Thema künftig gezielt in den Unterricht ein – mit Fokus auf den Einsatz von KI in frühen Projektphasen und Machbarkeitsstudien sowie als Unterstützung beim Proof of Concept.
Der Beitrag reiht sich in unser Engagement ein, KI-Kompetenzen systematisch und praxisnah in die Digital-Construction-Ausbildung der HSLU zu integrieren – von der Bachelor-Stufe bis in die Weiterbildung CAS/MAS Digital Construction.
– Zum Bachelorstudiengang «Digital Construction»
– Zur Weiterbildung CAS/MAS Digital Construction

Netzwerk «KI in der Architektur»: Round Table Gespräche legen Grundstein für neue Plattform
An zwei Terminen im Januar und Februar 2026 trafen sich Architektur- und Planungsbüros aus der Deutschschweiz an der HSLU Technik & Architektur zum Erfahrungsaustausch über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxis. Organisiert wurde der Austausch vom CCTP am Institut für Architektur.
Aus den Gesprächen wurden zentrale Erkenntnisse destilliert und in fünf Themenclustern gebündelt – von Recht, Haftung und Datenschutz über Tool- und Technologiestrategie bis zu Vernetzung und Wissenstransfer. Deutlich wurde: Viele Büros lösen ähnliche Fragen isoliert, ohne voneinander zu lernen. Der Wunsch nach einer festen Austauschplattform war entsprechend gross.
Aus den Erkenntnissen entstand ein Jahresprogramm mit zwei Formaten – KI Round Table und KI Praxis, letztere direkt bei Mitgliedsbüros vor Ort. Ab Herbst 2026 können sich Architekturbüros im Netzwerk «KI in der Architektur» als Mitglieder engagieren und von einem gemeinsamen Erfahrungsraum profitieren, statt KI-Fragen im eigenen Büro allein zu bearbeiten.

Stadtbilder der Zukunft: Grundlagen für den Einsatz von KI-Visualisierungen in Planungs- und Entscheidungsprozessen
Wie verändern KI-generierte Zukunftsbilder die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung in der Stadtentwicklung? Ein Innosuisse-Innovationscheck an der Hochschule Luzern untersuchte den Einsatz KI-generierter Visualisierungen am Beispiel des Infrastrukturprojekts CityLink Luzern.

Vom Baurecht zum Roboter: Ein KI-Planungstool für die automatisierte Backstein-Fertigung
Wie lassen sich baurechtliche Vorgaben automatisch in fertigungsgerechte BIM-Modelle übersetzen? Eine Innosuisse-Machbarkeitsstudie an der Hochschule Luzern untersuchte KI-gestützte, parametrische Planungswerkzeuge für die robotergestützte Backstein-Fertigung.

Vorträge und Podiumsdiskussion
Ein inspirierender Abend in der Architekturgalerie Luzern: Thomas Heim (HSLU/CCTP), Nora Werren, Franziska Mees und Jana Stoll (OST) diskutierten ihre Perspektiven zum aktuellen Stand Künstlicher Intelligenz in Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros. Zudem zeigten sie ganz konkret auf, wie uns KI im (Berufs)-Alltag unterstützen kann und wagten einen Blick in die Zukunft.
Andri Gerber (ZHAW) moderierte das Gespräch, Martin Schuler, Luca Deon, Martin Janser und Raphael Wiprächtiger von der Architekturgalerie Luzern organisierten den Abend, der gezeigt hat, dass diese Fragen in der Praxis angekommen sind.
Das Fazit von Thomas Heim: KI wird Infrastruktur – kein Tool mehr, das man nutzt oder lässt. Die Frage ist nicht ob, sondern wer die Parameter setzt. Wer entwirft das System, das Gebäude entwirft? Was fehlt, ist eine kollektive Position – im Büro, im Berufsverband, in der Branche.

Transformation der Planungswelt: Eine Roadmap zur erfolgreichen KI-Implementierung im Architekturwesen
Eine Innosuisse-Vorstudie an der HSLU untersucht, wie Künstliche Intelligenz systematisch in architektonische Planungsprozesse integriert werden kann. Während generative KI, parametrische Methoden und simulationsgestützte Analysewerkzeuge rasch an Bedeutung gewinnen, erfolgt ihr Einsatz in vielen Architekturbüros bislang punktuell und experimentell. Zwischen technologischem Potenzial und organisatorischer Umsetzung besteht eine deutliche Lücke. Die Studie zeigt, dass das grösste Transformationspotenzial derzeit in frühen Projektphasen liegt – etwa bei Machbarkeitsstudien, Wettbewerben oder in der Vorentwurfsphase.

Ein Modul zum Thema Künstliche Intelligenz im Bachelor Digital Construction
Das Modul «Grundlagen Transformation» verbindet gesellschaftliche Reflexion, technologische Kompetenz und konkrete räumlich-praktische Aufgabenstellungen. Die Studierenden lernen, KI nicht nur als Werkzeug zu verstehen, sondern ihre Auswirkungen kritisch zu analysieren und zukunftsgerichtet zu gestalten. Mit seinem interdisziplinären Ansatz und dem engen Austausch mit Expert:innen aus Praxis und Forschung unterstreicht der Studiengang Digital Construction seine Stärke, digitale Transformation im Bauwesen aktiv, verantwortungsvoll und kreativ mitzugestalten.

Forschungsprojekt «Zukünftige Welten imaginieren – KI-Bilder in der Architektur»
Forscher:innen der Hochschule Luzern unter der Projektleitung des CCTP haben untersucht, wie bildgenerative KI (z. B. Midjourney, Stable Diffusion, Flux) den architektonischen Entwurfsprozess verändert.

ThinkTank Event «AI & New Ways of Working»
Am 21. Mai 2024 organisierte das CCTP gemeinsam mit bene im NEST in Dübendorf einen Event zum Thema. Subthemen dabei waren Arbeitswelten/Stadtentwicklung/Stadtleben/Gesellschaft…

Forschungsprojekt «Digital Construction Competency Profiler»
Das Baugewerbe steht an der Schwelle zu einer digitalen Revolution, die durch neue Software mit KI und generativen Algorithmen, fortschrittliche digitale Fertigungstechniken wie Roboterbau und 3D-Betondruck und den Auftrag der Schweizer Regierung für digitale Prozesse bei öffentlichen Bauprojekten vorangetrieben wird. Dieser Wandel hat jedoch Wissens- und Kompetenzlücken bei den Schweizer Baufachleuten aufgedeckt. Um diese Lücke zu schliessen, wird ein neues digitales Tool vorgeschlagen, das auf der Grundlage spezifischer Berufsbeschreibungen Empfehlungen für künftige Kompetenzen ausspricht und massgeschneiderte Bildungswege zum Erreichen dieser Kompetenzen anbietet. Dieses innovative Tool wird auch künftige Berufsrollen und erforderliche Kursinhalte im Einklang mit neuen Technologien und Bauvorschriften vorhersagen. Durch den Einsatz von KI-Algorithmen, die auf der Grundlage von Stellenausschreibungen und offiziellen Kompetenzstandards trainiert wurden, soll dieses Tool Arbeitnehmenden den Weg durch die sich entwickelnde Landschaft der Anforderungen im Baugewerbe weisen.

Forschungsprojekt «Einsatz von KI und Parametrik im Entwurfs- und Planungsprozess – Toolbox für ArchitektInnen bei der Bearbeitung von Wettbewerben und Studienaufträgen»
Basierend auf den Ergebnissen des Innosuisse Innovation Cheque mit dem Titel «The future of construction – AI Driven Design and Fabrication» ist eine Eingabe bei der Innosuisse geplant. Folgende Forschungsfrage soll dabei bearbeitet werden: «Wie können ArchitektInnen in der Phase der strategischen Planung und der Vorstudien (SIA 112) durch KI-gestützte Prozesse unterstützt werden?» Als Produkt soll eine Toolbox für Architekt:innen bei der Bearbeitung von Wettbewerben und Studienaufträgen entstehen.
AI-Driven Design and Fabrication
Um die Anforderungen eines zunehmend komplexen Bauprozesses zu erfüllen und einen durchgehenden Informationsfluss über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks zu gewährleisten, werden KI-gestützte Anwendungen eine immer grössere Rolle spielen, insbesondere bei der Optimierung, Automatisierung und Parametrisierung im Entwurf, in der Planung und Fabrikation. Im Rahmen des Projektes wurden verschiedene Angebote eruiert und analysiert. Ziel des Projektes war es, das Potenzial von KI-gesteuerten Planungs- und Fabrikationsprozessen bei der Schaffung von nutzerzentrierten, kostengünstigen und nachhaltigen Gebäuden aufzuzeigen. Mit der Vorstudie wurde eine Methodik geschaffen, die sowohl in der Lehre als auch in der Praxis eingesetzt werden kann.

Wettbewerb «AI for the Built Environment»
CCTP-Mitarbeiter Thomas Heim hat beim Wettbewerb «10th Advanced Architecture Contest» des Institute for Advanced Architecture of Catalonia (IAAC) eine «Honorable Mention» gewonnen. Für seinen Beitrag «Timber city – a building typology for the urban fabric» hat er neben Archicad vor allem ChatGPT für die Entwicklung des Entwurfskonzepts und Midjourney für die Visuals eingesetzt.

Autodesk Forma Design Contest 2024
Mit dem Projekt «Nexus: Bridging City and Waterfront» hat Thomas Heim vom CCTP den 2. Platz beim Autodesk Forma Design Contest 2024 gewonnen. Unter den 78 eingereichten Beiträgen überzeugte sein datengetriebener Entwurf für ein neues Waterfront-Quartier in San Diego.
Der Entwurfsprozess zeigt exemplarisch, wie generative KI und simulationsbasierte Verfahren den klassischen architektonischen Entwurf ergänzen – und teilweise ablösen:
Datenanalyse: Standortdaten, Vorschriften und städtebauliche Rahmenbedingungen wurden mit ChatGPT systematisch ausgewertet und in Zielsetzungen übersetzt.
Simulation: Mit Autodesk Forma wurden verschiedene Entwurfsvarianten hinsichtlich Tageslicht, Windkomfort, Lärm und CO₂-Bilanz optimiert.
Visualisierung: Midjourney und Stability AI (ComfyUI) dienten zur Konzept- und Endvisualisierung des Projekts.
Der Beitrag steht exemplarisch für die These, dass datengetriebene Prozesse traditionelle Entwurfsmethoden zunehmend ergänzen oder gar ersetzen können – ein Thema, das auch in der HSLU-Weiterbildung Digital Construction einfliesst.