Energy Futures
Energieinfrastrukturen formen unsere Landschaften und Städte – oft unauffällig, aber kaum zu übersehen.
Kraftwerke, Stromnetze, Hochspannungsmasten, Speicheranlagen: Sie erzeugen, verteilen und speichern jene Energie, ohne die weder Strom noch Wärme noch Mobilität denkbar wären. Doch sie sind nicht nur Erzeuger – sie sind selbst auch Verbraucher, verschlingen Energie, um zu funktionieren. Diese grossmassstäblichen technischen Systeme sind damit weit mehr als reine Versorgungsinfrastruktur. Sie greifen tief in Ökologie und Landschaftsbild ein, und sie rücken zunehmend auch geopolitisch ins Zentrum des Tagesgeschehens – als Frage von Abhängigkeit, Souveränität und Macht. Damit werfen sie gestalterische Fragen auf, die bislang selten gestellt wurden: Wie liesse sich Infrastruktur so entwerfen, dass sie nicht bloss Energie konsumiert, sondern selbst zum Kraftwerk wird? Mit der kommenden Institutsvortragsreihe möchten wir zu einem offenen Dialog über Entwürfe, Szenarien und mögliche Zukünfte einladen. Zur Diskussion steht, wie sich Energieinfrastrukturen integral begreifen lassen – als selbstverständlicher Teil einer architektonisch-räumlichen Praxis, die Technik, Form und Umwelt nicht getrennt behandelt, sondern von Beginn jedes Entwurfs an zusammenführt.
Form Doesn‘t Follow
Stefan Wülser (*1982) absolvierte eine Ausbildung zum Hochbauzeichner, studierte Architektur in Luzern und kam, nach praktischen und akademischen Erfahrungen in London und Zürich, zurück an die HSLU. Hier ist er mittlerweile Professor für Entwurf und Konstruktion. Mit seinem Büro Stefan Wülser+ plant und realisiert er Projekte in den unterschiedlichsten Massstäben und mit forschendem Elan. Das „+“ im Firmenname steht dabei für eine konsequent offene, kollaborative, transdisziplinäre, rationale und optimistische Architekturpraxis. Qualität entsteht dabei zwischen den Massstäben: Wo sozialräumliche Konditionen und die Eigenlogik des Materials zusammenfinden; wo Gesellschaft und Konstruktion über dasselbe sprechen.
So entstehen Räume, die vom bewussten und zukunftsfähigen Umgang mit Ressourcen geprägt sind. Ein konsequenter Materialeinsatz, unvermittelte und wiederanpassbare Fügungen sowie die Faszination für starke Objekte wirken zusammen.
