Energieeinsparung beim Betrieb ohne Nutzung von Gebäuden

Energieeinsparung beim Betrieb ohne Nutzung von Gebäuden

Melisa Demirayak

In der Schweiz gibt es mehr als 760’000 Zweit- und Ferienwohnungen. Die meisten liegen in Berggebieten und werden beheizt, obwohl sie die meiste Zeit des Jahres leerstehen. Das Ziel dieser Bachelor Thesis ist, herauszufinden, ob mittels einer Heizungsabsenkung bei Ferienhäusern Energie eingespart werden kann und falls ja, wie hoch das Energiesparpotenzial sein kann. Mittels dynamischer Simulationen eines Referenzobjekts wird der Heizwärmebedarf mit und ohne Heizungsabsenkung berechnet. Um ein möglichst breites Spektrum an Ferienhäuser und ihrer Nutzung abzudecken, wird die thermische Gebäudemasse (Beton, Holz), den energetischen Zustand der Gebäudehülle (Altbau, Umbau, Neubau, Zielwert) und das Besucherverhalten, d.h. die Dauer der Absenkperiode, systematisch variiert.

Die Arbeit zeigt, dass eine allgemeingültige Aussage zur Höhe des Energiesparpotenzials nicht möglich ist, da die in den Simulationen berücksichtigen Faktoren das Energieeinsparpotenzial stark beeinflussen. Bei Holzbauten ist eine Heizungsabsenkung sowohl über kürzere als auch über längere Perioden sinnvoll und das Wärmeenergieeinsparpotenzial fällt jeweils höher aus als bei Betonbauten. Es hat sich gezeigt, dass schwere thermische Gebäudemassen sich träger verhalten als leichte. Bei Betonbauten in gutem Zustand lohnt sich beispielsweise eine Heizungsabsenkung lediglich über eine längere Zeitdauer. Auch gilt, dass das Wärmeenergieeinsparpotenzial mit der Dauer der Absenkphase zunimmt und dass mittels einer Heizungsabsenkung über eine längere Zeit immer Wärmeenergie gespart werden kann. Die Höhe des Wärmeenergiesparpotenzials ist wiederum von der thermischen Gebäudemasse und dem Zustand der Gebäudehülle abhängig. 
Bild 1: Vergleich des Wärmeenergiesparpotentials beim Gebäudestandard Altbau
Bild 2: Vergleich der Komfortbewertung eines Beton- und Holzbaues

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