Transformation der Planungswelt: Eine Roadmap zur erfolgreichen KI-Implementierung im Architekturwesen

Generative KI und parametrisches Design verändern, wie wir Gebäude denken, planen und realisieren. Eine Innosuisse-Vorstudie an der Hochschule Luzern untersucht, wie Künstliche Intelligenz systematisch in architektonische Planungsprozesse integriert werden kann. Während generative KI, parametrische Methoden und simulationsgestützte Analysewerkzeuge rasch an Bedeutung gewinnen, erfolgt ihr Einsatz in vielen Architekturbüros bislang punktuell und experimentell. Zwischen technologischem Potenzial und organisatorischer Umsetzung besteht eine deutliche Lücke.

Die Studie zeigt, dass das grösste Transformationspotenzial derzeit in frühen Projektphasen liegt – etwa bei Machbarkeitsstudien, Wettbewerben oder in der Vorentwurfsphase. KI-gestützte Werkzeuge ermöglichen hier eine beschleunigte Variantenbildung, strukturierte Raumprogramm- und Flächenanalysen sowie erste Nachhaltigkeits- und CO₂-Abschätzungen. Gleichzeitig bleibt die planerische Verantwortung klar beim Menschen: KI wirkt primär als Erweiterung („Augmentierung“) der architektonischen Entscheidungsfähigkeit und nicht als Ersatz kreativer Entwurfsleistungen.

Zentrale Herausforderungen liegen weniger in der Leistungsfähigkeit der Technologien als in organisatorischen und strukturellen Fragen. Fragmentierte Datenlandschaften, fehlende Governance-Strukturen, Schnittstellenprobleme zwischen CAD/BIM-Systemen und KI-Tools sowie rechtliche Unsicherheiten erschweren eine systematische Integration. Insbesondere kleinere und mittlere Büros benötigen Orientierung und praxisnahe Leitlinien für den Umgang mit KI.

Als zentrales Ergebnis der Vorstudie wurde der KI-Navigator entwickelt – ein webbasiertes Orientierungsinstrument, das KI-Anwendungsfelder entlang der SIA-Planungsphasen strukturiert und aus verschiedenen Rollenperspektiven zugänglich macht. Durch eine einheitliche Darstellung von Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis sowie eine Reifegradklassifikation (etabliert / im Kommen / visionär) unterstützt der Navigator Architekturbüros dabei, KI-Potenziale systematisch zu bewerten und priorisierte Integrationspfade zu identifizieren.

CCTP Projekte

Die Vorstudie bildet die Grundlage für ein geplantes Folgeprojekt, in dem priorisierte KI-Anwendungsfelder unter realen Projektbedingungen getestet und weiterentwickelt werden sollen. Ziel ist die Entwicklung einer übertragbaren Integrationsmethodik für Architekturbüros – von frühen Machbarkeitsstudien über Wettbewerbsprozesse bis hin zu simulationsgestützten Nachhaltigkeitsanalysen.

Aus den im Rahmen der Studie geführten Interviews entwickelten sich weitere Kooperationen mit Praxispartnern. Diese führten zu gemeinsamen Aktivitäten in der Weiterbildung und unterstützten den Aufbau eines KI-Netzwerks in der Architektur, das den Austausch von Erfahrungen und Best Practices zwischen Büros und Forschungseinrichtungen ermöglicht.

Organisation

Projektleitung
Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Institut für Architektur
Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP)
Projektleiter: Thomas Heim

Projektpartner
– Lukas Stöckli, GKS Architekten AG

Finanzierung
– Innovationsscheque der Innosuisse

Laufzeit: 04.02.2025 – 03.06.2026

Links

Link zum Schlussbericht

Kontakt

Thomas Heim
Projektleiter
Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP)
thomas.heim@hslu.ch

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