Expo02 - Nuage
Modulverantwortung: Gunter Klix
Lehrteam: Caroline Ting, Peter Omachen, Susanne Triller, Nina Hug, Leopold Strobl
Bauen im Bestand erfordert andere Fähigkeiten als das Bauen auf der grünen Wiese. Neben Nutzungsanforderungen sowie technischen und statischen Notwendigkeiten müssen wir uns mit einem zusätzlichen Faktum auseinandersetzen: dem Bestand selbst. Seine Geschichte, seine Zwänge, seine Struktur und seine Atmosphäre setzen den Rahmen, in dem wir uns bewegen können. Erst wenn es uns gelingt, den Bestand als ernstzunehmenden Partner, als ernstzunehmende Partnerin zu akzeptieren, können wir ein stringentes Umbau- oder Erweiterungsprojekt entwickeln. Es geht darum, MIT dem Bestand zu arbeiten und uns nicht GEGEN ihn aufzulehnen.
Die Basis für diese oftmals komplexe Arbeit bildet eine fundierte Analyse. Erst wenn wir die Geschichte des Bestands kennen, seine Struktur und Gesetzmässigkeiten begreifen, können wir passgenau weiterbauen und seiner Baugeschichte ein neues Kapitel hinzufügen. Im Gegenzug eröffnet uns die Arbeit mit dem Bestand Lösungen, die wir im Kontext Neubau kaum in Betracht gezogen hätten. Genau hier liegt eine der verlockenden Verheissungen der Arbeit mit dem Bestand!
Das Modul «Bauen im Bestand» handelt von ebendieser Verheissung: Wir untersuchen unterschiedliche Haltungen im Umgang mit dem Bestand und erarbeiten uns ein Repertoire verschiedener Herangehensweisen. Neben strukturellen Aspekten interessieren uns konkrete konstruktive Fragestellungen: Wie wird der Bestand energetisch ertüchtigt, um heutigen Anforderungen und einer veränderten Nutzung gerecht zu werden? Welche Eingriffstiefe ist nötig, um ihn für eine neue Generation von Nutzer:innen fit zu machen? Wie verändert sich die Atmosphäre und wie bleibt der ursprüngliche Bestand wahrnehmbar?
In der kommenden Durchführung fokussieren wir unsere Betrachtungen auf die Hitze. Wir untersuchen den Bestand im Klima, für das er ursprünglich gebaut wurde, und stellen diesem die Bedingungen eines zunehmend heisseren Klimas gegenüber. Im Zentrum steht die Frage, wie sich diese klimatischen Veränderungen auf das Verhalten, die Nutzung und die räumlichen Qualitäten des Bestands auswirken.