Green Brick

GreenBrick ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, dessen Ziel die Entwicklung einer ressourceneffizienten, modularen und rückbaubaren Fassadenbegrünung mit positiver Wirkung auf Klima, Biodiversität und Lebensqualität in Städten war. Dabei kommen Ziegel sowohl als Baumaterial der Fassade als auch als Träger für die Bepflanzung zum Einsatz. GreenBrick funktioniert nach dem Prinzip der Verdunstungskühlung. 

Besonders dicht besiedelte Gegenden kühlen während Hitzewellen kaum mehr ab. Linderung verschaffen da Grünflächen. Wo der Platz dafür fehlt, kann eine vertikale Bepflanzung für Abhilfe sorgen. Dies muss kein üppiger Vertikalgarten sein, wie das Forschungsprojekt «GreenBrick» zeigt: Eine neuartige begrünte Ziegelfassade kommt mit pflegeleichten Pflanzen aus und lässt das Trägermaterial als architektonisches Element sichtbar.

Expertinnen und Experten der Hochschule Luzern aus den Bereichen Design, Gebäudetechnik, Bauingenieurwesen und Architektur entwickelten gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Unternehmen aus der Baubranche eine begrünte Ziegelfassade. Das System kombiniert langlebigen Ton mit Moosen und trockenheitsverträglichen Pflanzenarten. Dadurch kommt es mit wenig Wasser und Pflege aus. Darüber hinaus ist es von Anfang an so angelegt, dass die Materialkreisläufe geschlossen und die einzelnen Teile wiederverwendet werden können.

Kühlende Wirkung bei geringerem Wasserverbrauch

Bauten aus Ziegel überstehen Jahrhunderte, die Zerfallsprodukte generieren keinerlei Schadstoffe. Die Nutzung von Ton für Pflanzbehältnisse ist bereits bestens bekannt – eine ideale Kombination also. Bei der Begrünung setzt GreenBrick auf Moose und kleinwüchsige Gefässpflanzen wie Farn oder Storchenschnabel. Die Pflanzen unterstützen sich dabei gegenseitig: Während Moose Wasser speichern und die Erde feucht halten, schützen die grösseren Pflanzen das Moos vor direkter Sonneneinstrahlung und damit vor dem Austrocknen. Das System benötigt mit 1.3 Liter pro Quadratmeter und Tag weniger Wasser als bestehende Begrünungslösungen. Für die Bewässerung steht die Nutzung von Regenwasser im geschlossenen Kreislauf im Vordergrund, was aufgrund des geringen Wasserverbrauchs an vielen Orten auch gut umsetzbar ist und in Bezug auf Ressourcenverbrauch zusätzlich punktet. Simulationen und Praxistests zeigen, dass das System die Temperatur in unmittelbarer Nähe des Gebäudes um bis zu vier Grad Celsius senken kann. Die Wirkung ist besonders in dicht bebauten und windarmen Stadträumen spürbar – also dort, wo sich sonst die Hitze am stärksten staut. 

Mehr Biodiversität, weniger Lärm, vielfältige Nutzung

Neben der kühlenden Wirkung und dem geringeren Wasserverbrauch zeigte das Projekt weitere positive Effekte: Für Insekten bietet es ein grosses Blütenangebot und es entstehen zusätzliche Mikrohabitate sowie vertikale Trittsteinbiotope. Diese ermöglichen es Vögeln und anderen Kleintieren, sich zwischen Gebieten auszubreiten, was für die Biodiversität entscheidend ist. Gleichzeitig verbessern die Form und Bepflanzung der Ziegelflächen den Schallschutz der Fassade. Vor allem Strassenlärm wird in der Nähe des Gebäudes gedämpft und dadurch als weniger laut wahrgenommen. 

Das System ist zudem modular aufgebaut, kann rückgebaut oder auch nur teilweise ersetzt werden: Der zerstörungsfreie Rückbau ermöglicht die Wiederverwendung einzelner Komponenten. Als vorgehängtes Fassadensystem ist die Fassade einfach mit anderen vorgehängten Systemen kombinierbar, wie zum Beispiel Solarpanels. Die begrünte Ziegelfassade eignet sich sowohl für Neubauten als auch für die Nachrüstung bestehender Gebäude. So können auf südlich ausgerichteten Flächen PV-Module genutzt werden und auf den schattigeren Seiten die Grünflächen. Dies ermöglicht auf allen Gebäudeseiten eine optimale Nutzung der Sonneneinstrahlung.

Organisation

Projektleitung
– Cornelia Gassler, Projektleiterin, Hochschule Luzern – Design Film Kunst

Projektmitarbeit
– Susanne Triller, Hochschule Luzern – Technik & Architektur, Institut für Architektur, CCTP

Interne Projektpartner
– CC Typologie & Planung in Architektur (CCTP)
– CC Produkte & Textilien
– Zentrum für Integrale Gebäudetechnik ZIG
– CC Innenarchitektur
– CC Gebäudehülle und Ingenieurbau

Externe Projektpartner
– Skygardens AG
– zhaw Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
– Dr. Lüchinger & Meyer Bauingenieure AG
– Waldhauser + Hermann AG
– Wagner System AG
– Zürcher Ziegeleien AG

Finanzierung
– Innosuisse – HSLU als Hauptforschungspartnerin

Laufzeit: 01.01.2024-01.08.2026

Links & Downloads

– Medienmitteilung HSLU
– Projekt auf der HSLU-Webseite
– Beitrag im SRF Regionaljournal Zentralschweiz, 31.07.2026
– Ausstellung dazu im Gewerbemuseum Winterthur mit Mock-up GreenBrick, Juni-November 2026
– Artikel in der Luzerner Zeitung, 07.08.2026
– Beitrag auf Tele1, 05.08.2026
– Artikel auf innovation.zuerich, 30.07.2026
– Artikel auf myscience.ch, 29.07.2026
– Artikel auf nau.ch, 29.07.2026
– Artikel auf baublatt.ch, 29.07.2026

Kontakt

Susanne Triller
Projektmitarbeiterin
susanne.triller@hslu.ch


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