Mirjam
Murer
Werdegang
- BSc in Bauingenieurwesen Hochschule Luzern (2017-2021)
- Hunziker Betatech AG, Winterthur (2021-heute)
Warum hast du dich für ein Ingenieurinnenstudium entschieden?
Ich habe mich schon immer für verschiedenste Umweltthemen und ihre komplexen Fragestellungen begeistern können und wollte mich auch in meinem Beruf damit befassen. Ich hatte auch schon immer eine Faszination für Wasser und Naturgefahren, vielleicht auch weil ich im von Bergen umgebenen Glarnerland aufgewachsen bin. Im Ingenieurstudium war für mich darum schnell klar, dass ich die Vertiefung Verkehr und Wasser wählen möchte (heute Wasser und Naturgefahren).
Was gefällt dir am Studium, bzw. an deiner Arbeit?
Das praxisnahe Ingenieurstudium an der Hochschule Luzern hat mich gut auf den Berufseinstieg vorbereitet. Im Studium habe ich eine Basis an technischem und methodischem Wissen erhalten, um im Arbeitsalltag verschiedene Projekte in den Bereichen Hochwasserschutz, Revitalisierungen, Siedlungsentwässerung und Hydraulik zu bearbeiten. An meinem Beruf gefällt mir am besten, dass ich einen aktiven Beitrag leisten kann, um unsere Umwelt und Infrastruktur lebenswerter zu gestalten. Es macht mir viel Spass in interdisziplinären Teams massgeschneiderte Lösungen zu komplexen Fragestellungen erarbeiten zu können. Als Bauleiterin ist es immer wieder beeindruckend, wie durch den gemeinsamen Effort aus Papier und Daten Wirklichkeit wird. Meine Arbeit ermöglicht es mir mein Wissen jeden Tag zu schärfen und zu erweitern und damit meine Faszination für Wasser und Umwelt auch in meinem Berufsalltag zu Leben.
Welchen Rat gibst du Frauen, die sich für ein Ingenieurinnenstudium interessieren?
Du musst kein mathematisches Superbrain sein, um ein Ingenieurstudium erfolgreich zu absolvieren. Natürlich sind fundierte Kenntnisse in Mathematik und Physik wichtig und fürs Studium ein gesundes Mass an Selbstdisziplin und Durchhaltewillen. In meinem Arbeitsalltag ist Mathematik und Physik nur einer von diversen Aspekten, viel wichtiger ist konzeptionelles Denken, Verständnis für Problemstellungen, lösungsorientiertes Arbeiten und eine gute Zusammenarbeit im Team. Mir wurde von der Berufsberatung gesagt, dass der Ingenieurberuf keine gute Work-Live-Balance zulässt. Das stimmt schlichtweg nicht! Trotz oder eben gerade durch die selbständige Projektarbeit bin ich sehr flexibel in meiner Arbeits- und Alltagsgestaltung und auch mit reduzierten Pensen können umfassende und spannende Projekte bearbeitet werden. Die Baubranche hat ihren schlechten Ruf (gerade im Bezug auf Frauen) nicht verdient. Ich habe in der Rolle als Bauleiterin die Erfahrung gemacht, dass wenn ich meinem Gegenüber auf Augenhöhe begegne und dessen Anliegen ernst nehme, auch ich ernst genommen werde. Evtl. hat mir dabei auch mein Praktikum nach dem ersten Studienjahr bei einer Bauunternehmung geholfen, wo ich ½ Jahr auf der Baustelle im Tiefbau gearbeitet habe (Eine super Zeit!).