Iris
Durrer
Werdegang
- 2016 Zeichnerin Fachrichtung Architektur EFZ
- 2018 Berufsbegleitende Matura (Technik, Architektur und Life Sciences)
- 2022 Bachelor+ Bauingenieurwesen, Konstruktion und Tragwerke (interdisziplinäre Arbeit)
- 2025 Master Bauingenieurwesen, Lehmbau und nachhaltige Bauweisen (absolviert mit Anstellung am IBI)
- Jetzt: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am IBI
Warum hast du dich für ein Ingenieurinnenstudium entschieden?
Während meiner Lehre als Zeichnerin Fachrichtung Architektur habe ich meine Faszination für das Bauen entdeckt – besonders dafür, wie viele Menschen, Materialien, Gewerke und Ideen zusammenkommen, um ein funktionierendes Bauwerk zu schaffen. Dieses Zusammenspiel hat mich so begeistert, dass ich mich fachlich weiterentwickeln wollte. Das Bauingenieurstudium hat mich sofort angesprochen, weil es mir die technische Tiefe, das systematische Verständnis und die praxisnahe Sicht auf das Bauwesen bietet, die ich mir gewünscht habe. Für mich war es der richtige Weg, mein Interesse an Konstruktion und Technik weiter auszubauen.
Was gefällt dir am Studium, bzw. an deiner Arbeit?
Im Bachelorstudium konnte ich mir eine solide und praxisnahe Grundlage im Bauingenieurwesen erarbeiten. Ein besonderes Highlight war meine Bachelorarbeit, bei der ich gemeinsam mit einem interdisziplinären Studierendenteam ein reales Projekt für eine echte Bauherrschaft mitbegleiten durfte. Diese Erfahrung hat mich nicht nur fachlich, sondern auch methodisch und kommunikativ enorm weitergebracht – genau die Art von vielseitiger Zusammenarbeit, die mich am Bauwesen so begeistert. Im Masterstudium hat sich für mich nochmals eine ganz neue Welt geöffnet. Ich konnte mich gezielt nach meinen Interessen spezialisieren und mich intensiv mit nachhaltigen Bauweisen, insbesondere mit Lehm, beschäftigen. Die Möglichkeit, im Labor eigene Versuche durchzuführen und Grundlagenforschung zu betreiben, war für mich äusserst bereichernd. Dabei entstand das Gefühl, wirklich etwas bewegen zu können und an aktuellen, relevanten Themen des Bauens mitzuwirken. Diese Leidenschaft kann ich heute in meiner Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin unmittelbar weiterführen: Im Innosuisse-Forschungsprojekt Think Earth für regeneratives Bauen darf ich in den Teilprojekten zum Lehmbau aktiv mitwirken.
Welchen Rat gibst du Frauen, die sich für ein Ingenieurinnenstudium interessieren?
Mein wichtigster Rat ist: Vergleicht euch nicht mit anderen. Jede Person bringt ihre eigenen Stärken, Erfahrungen und Herangehensweisen mit – und genau diese Vielfalt tut dem Bauwesen gut. Man muss nicht in Mathe oder Physik „perfekt“ sein, um im Bauingenieurwesen erfolgreich zu werden. Viel entscheidender sind Neugier, Ausdauer und echte Freude an der Baubranche. Ich selbst war in den naturwissenschaftlichen Fächern nie herausragend, und trotzdem habe ich meinen Weg gefunden – weil ich Schritt für Schritt gelernt habe und mir die Themen wirklich etwas bedeuten. Viele Frauen bringen zudem eine sehr durchdachte, sorgfältige und methodische Arbeitsweise mit, die in Projekten enorm wertvoll ist. Und für alle jungen Menschen, die Interesse an diesem Studium haben – unabhängig vom Geschlecht – gilt: Stellt so viele Fragen, wie ihr könnt, besonders dann, wenn ihr euch unsicher fühlt. Genau daraus entsteht Lernen, Selbstvertrauen und am Ende auch die Freude daran, im Bauwesen etwas zu bewirken. Die Zukunft des Bauens entsteht durch Menschen wie euch.