Amani
Abdi
Werdegang
- Ingenieurin in Energiesystemtechnik mit Master of Science in Business Administration und starkem Fokus auf datengetriebene Prozessoptimierung / Entrepreneurship
- Führungskraft im Demand Planning bei 3M EMEA M&SC mit Verantwortung für Teamleitung, Prozessstandardisierung, KPI‑Steuerung und End‑to‑End‑Supply‑Chain‑Stabilität
- Mehrjährige Erfahrung in statistischer Prognose, Supply‑Chain‑Analyse, Reporting‑Tool‑Entwicklung (SAP, Power BI, R, SQL) und Change‑Management‑Projekten
- Vertreterin des Unternehmens im Stiftungsrat der Vorsorge mit Verantwortung für Governance‑ und Mitarbeitendenbelange
Warum hast du dich für ein Ingenieurinnenstudium entschieden?
Zu Beginn war ein Ingenieurstudium nicht mein ursprünglicher Plan. Als Kind wollte ich immer Ärztin werden. Doch mein Lebensweg – geprägt von familiären Empfehlungen und eigenen Entscheidungen – führte mich in die Welt der Technik. Ich begann mit einem Bachelor in Mathematik, Physik und Informatik und kam anschliessend in die Schweiz, auf der Suche nach Freiheit, Stabilität und einer besseren Zukunft. Während dieser Zeit wurde ich schwanger. Viele rieten mir, meine Ausbildung aufzugeben. Doch genau in diesem Moment wurde mir klar, wie wichtig es ist, meinen Weg weiterzugehen. Nur 18 Tage nach der Geburt meines Kindes startete ich mein Bachelorstudium in Energiesystemtechnik an der HSLU Technik & Architektur. Am Anfang war es der Traum einer jungen Frau, etwas zu erreichen. Doch schnell wurde es zum Antrieb einer jungen Mutter, ihrem Kind bessere Chancen und ein starkes Vorbild zu geben. Ingenieurwesen hat mir eine Welt voller Möglichkeiten eröffnet: analytisches Denken, Problemlösung, Innovation und hervorragende berufliche Perspektiven. Es ist ein Studium, das Türen öffnet – zu Branchen, zu Technologien und zu Entwicklungsmöglichkeiten, die weit über das Klassische hinausgehen. Heute bin ich dankbar für diesen Weg. Er hat mich nicht nur fachlich geprägt, sondern auch persönlich – in Disziplin, Durchhaltevermögen und dem Glauben daran, dass jede Herausforderung eine Chance sein kann.
Was gefällt dir am Studium, bzw. an deiner Arbeit?
From the beginning, my passion for Mathematik und das Bauen, Strukturieren und Verstehen von komplexen Systemen hat mir gezeigt, dass ein technischer Weg genau der richtige für mich ist. Obwohl ich ursprünglich ein stärker labororientiertes und technisch fokussiertes Studium anstrebte, eröffnete mir das Studium der Energiesystemtechnik eine weit breitere Perspektive: Ich lernte unterschiedliche Energiesysteme kennen, beschäftigte mich intensiv mit Innovationen, Nachhaltigkeitsstrategien und den grossen Fragen rund um die Zukunft unserer Umwelt. Gleichzeitig wurde ich erstmals mit Themen wie Supply Chain, Business Analysis und strategischen Entscheidungsprozessen konfrontiert – Bereiche, die mich sofort faszinierten. Mein ursprünglicher Wunsch, einen stark technischen Master anzuschliessen, war aufgrund der Aufnahmebedingungen nicht einfach zu realisieren. Doch im Rückblick war genau dieser Moment entscheidend: Man erhält nicht immer das, was man sich wünscht, aber oft öffnen sich genau dann neue und grössere Chancen. So führte mich mein Weg zum Master in Business Development and Promotion mit Schwerpunkt Entrepreneurship. Dieser Entscheid hat mich als Ingenieurin enorm gestärkt. Er ermöglichte mir, technisches Verständnis mit unternehmerischem Denken zu verbinden – eine Kombination, die mir heute erlaubt, Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern auch strategisch zu steuern, wirtschaftlich zu bewerten und im Unternehmen voranzutreiben. In meiner beruflichen Tätigkeit erlebe ich täglich, wie wertvoll diese Kombination ist. Ich arbeite mit grossen Datenmengen, die ich schnell analysieren muss, um klare Schlussfolgerungen zu ziehen und fundierte Entscheidungen zu unterstützen. Ich arbeite mit KPIs, treibe deren Entwicklung aktiv voran und leiste damit einen messbaren Beitrag zur Unternehmenssteuerung. Darüber hinaus habe ich die Verantwortung für die Führung eines internationalen Teams von Demand Plannern in ganz Europa übernommen. Diese Aufgabe hat meinen Führungsstil, meine Kommunikationsfähigkeit und meine emotionale Intelligenz wesentlich weiterentwickelt. Sie gibt mir die Möglichkeit, Menschen zu begleiten, zu stärken und gemeinsam ambitionierte Ziele zu erreichen. Heute sehe ich klar: Mein Weg – von der Technik zur Betriebswirtschaft – war kein Umweg. Er war eine Erweiterung. Eine Verbindung aus analytischem Denken, Ingenieurswissen und unternehmerischer Strategie. Eine Basis, auf der ich Innovationen vorantreiben, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig meine Leidenschaft für Technik, Daten und Führung leben kann.
Welchen Rat gibst du Frauen, die sich für ein Ingenieurinnenstudium interessieren?
Mein wichtigster Rat lautet: Gib niemals auf. Wenn ich es schaffen konnte, kannst du es auch. Ein Ingenieurinnenstudium ist anspruchsvoll – es wird Momente geben, in denen du scheiterst, zweifelst oder an deine Grenzen kommst. Es wird Tage geben voller Mühe, Tränen, Geduld und unzähligen Stunden harter Arbeit. Doch genau diese Momente formen deine Stärke. Und wenn du dein Ziel erreichst, wirst du eine tiefe, aufrichtige Stolzempfindung verspüren – für das, was du geleistet hast und wer du auf diesem Weg geworden bist. Frauen tragen oft viele Verantwortungen gleichzeitig und stellen hohe Ansprüche an sich selbst. Was oft als Belastung erscheint, ist in Wahrheit eine enorme Stärke: Ausdauer, Empathie, Präzision, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu meistern. Nutze diese Eigenschaften bewusst für deine Ziele. Sie machen dich nicht nur zur Ingenieurin – sie machen dich zu einer starken, inspirierenden Persönlichkeit. Ingenieurwissenschaften sind weit mehr als ein Studium oder ein Diplom. Es ist eine Denkweise, ein Werkzeugkasten für die Zukunft, eine Möglichkeit, Lösungen zu gestalten, Innovationen voranzutreiben und echten Einfluss zu haben. Es ist ein Weg, der Mut, Leidenschaft und Selbstvertrauen verlangt – und genau diese Eigenschaften trägst du bereits in dir. Sei stolz auf das, was du bist, und auf das, was du wirst. Ob du Mutter bist, alleinstehend, ob du dich manchmal schwach fühlst oder – wie ich – in einem neuen Land als Fremde begonnen hast: Deine Träume und dein innerer Glaube sind die stärksten Kräfte, die dich vorwärtsbringen. Glaube an dich. Nutze jede Herausforderung als Sprungbrett. Und vor allem: Gib niemals deine Träume auf. Du bist die Frau, die die Zukunft mitgestalten kann.