{"id":4477,"date":"2019-10-31T15:43:53","date_gmt":"2019-10-31T13:43:53","guid":{"rendered":"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/?p=4477"},"modified":"2022-01-26T14:09:08","modified_gmt":"2022-01-26T12:09:08","slug":"digitalisierung-im-gesundheitswesen-wo-hoch-sensible-daten-ein-enormes-potenzial-bergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/digitalisierung-im-gesundheitswesen-wo-hoch-sensible-daten-ein-enormes-potenzial-bergen\/","title":{"rendered":"Digitalisierung im Gesundheitswesen"},"content":{"rendered":"\n<p>Erholsamer schlafen, effektiver trainieren, ges\u00fcnder leben, konstant den eigenen Puls aufzeichnen, die Schritte z\u00e4hlen und damit sogar Geld sparen? Es gibt viele Gr\u00fcnde, welche die Gesellschaft motivieren, ihr Verhalten und ihren Gesundheitszustand aufzuzeichnen. Das Potenzial, welches sich hinter den gewonnen Gesundheitsdaten und den damit verbundenen Auswertungen versteckt, ist immens. Bald schon k\u00f6nnte jeder Mensch seinen oder ihren pers\u00f6nlichen Arzt st\u00e4ndig auf dem Mobiltelefon dabeihaben. Sie werden sofort informiert, wenn sich der Puls bei einem leichten Aufstieg zu stark erh\u00f6ht. Oder sie werden von einer App dazu motiviert, doch lieber die drei Tramstationen zum n\u00e4chsten Meeting zu Fuss zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"704\" height=\"364\" src=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Gesundheitsdaten.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4478\" srcset=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Gesundheitsdaten.png 704w, https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Gesundheitsdaten-300x155.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 704px) 100vw, 704px\" \/><figcaption>Abb. 1: Die Menge an aufgezeichneten Gesundheitsdaten steigt rasant<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Austausch von Gesundheitsdaten passiert heute automatisch und ohne, dass man es merkt. Der Mensch ist praktisch ein gl\u00e4sernes Wesen. \u00dcber verschiedenste Sensoren, Mobiltelefone und Smart-Devices werden Daten gesammelt und mit unterschiedlichsten Applikationen geteilt. Werden Gesundheitsdaten den Applikationen gewisser Krankenkassen bekanntgegeben, kann Geld bei den Pr\u00e4mien gespart werden. Dabei wird oft vergessen, wie sensitiv die eigenen Gesundheitsdaten sind. Dem Menschen ist nicht bewusst, dass er seine oder ihre Gesundheitsdaten in vielen F\u00e4llen nicht nur mit einem einzigen Unternehmen teilt, sondern diverse Unternehmen und Partner an der Datenverarbeitung beteiligt sein k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen k\u00f6nnen Gesundheitsdaten f\u00fcr eigene Zwecke auswerten und f\u00fcr ihr Marketing weiterverwenden oder die gewonnenen Daten an unbekannten Orten abspeichern. Dabei kann es vorkommen, dass die Bearbeitung und Speicherung dieser Daten nicht den aktuellen Gesetzen entsprechen. Die Anbieter der Applikationen kommen aus unterschiedlichen L\u00e4ndern und nicht alle kennen die lokalen Gesetze. Gesundheitsdaten sind gem\u00e4ss Datenschutzgesetz sensible und besonders sch\u00fctzenswerte Daten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissen Unternehmen, wie mit pers\u00f6nlichen Gesundheitsdaten umzugehen ist, oder steht die Gewinnmaximierung an oberster Stelle? Welche Massnahmen befolgen Unternehmen, um den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden und wie transparent sind Unternehmen den Kunden und Kundinnen gegen\u00fcber?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum Gesundheitsdaten besonders sind<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Artikel 3 des Bundesgesetzes \u00fcber Datenschutz (DSG) beschreibt die Ausdr\u00fccke die unter den Begriff \u201cbesonders sch\u00fctzenswerte Personendaten\u201d fallen. Die Ursache f\u00fcr die spezielle Behandlung von Gesundheitsdaten ist, dass diese Daten Auskunft oder Angaben \u00fcber eine Person geben, die weit in die Pers\u00f6nlichkeit eines Individuums eindringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte denken, dass Finanzdaten sensibler seien als Gesundheitsdaten, meint Thomas Meier, Teamleiter Direktionsbereich Datenschutz beim Eidgen\u00f6ssischen Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragten (ED\u00d6B) im Interview vom 18. M\u00e4rz 2019. Dies sei aber nur auf den ersten Blick so. W\u00fcrden die Daten genauer betrachtet, k\u00f6nne rasch festgestellt werden, dass der Sensibilit\u00e4tsgrad von Gesundheitsdaten im Vergleich massiv h\u00f6her sei und Personen, welche Gesundheitsdaten mit der \u00d6ffentlichkeit teilen, sich selbst aber auch weiteren Menschen grossen Schaden zuf\u00fchren k\u00f6nnten. Die \u00f6ffentliche Bekanntgabe \u00fcber 200\u2019000 Franken Schulden sei f\u00fcr die betroffene Person zwar \u00e4usserst unangenehm, die Person habe jedoch die Chance, diese Schulden zu tilgen und darzulegen, dass sich deren finanzielle Situation ge\u00e4ndert habe. Sollte jedoch beispielsweise die Erkrankung an Hepatitis einer Person bekannt werden, w\u00fcrde diese Information erstens nie wieder aus dem Netz verschwinden und zweitens ist Hepatitis unheilbar und geh\u00f6re dadurch ein Leben lang zu einem Menschen. Drittens k\u00f6nnten die Folgen einer solchen Ver\u00f6ffentlichung im Netz noch verheerendere Folgen haben. Es gibt Krankheiten, die genetisch vererbbar sind. W\u00fcrden derartige Gesundheitsdaten publiziert, k\u00f6nnten somit auch dritte Personen Schaden nehmen. Betroffene k\u00f6nnten danach mit schwierigen Situationen konfrontieret werden. Aufgrund der hohen Sensibilit\u00e4t seien f\u00fcr Gesundheitsdaten im Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit besondere Vorsichtsmassnahmen einzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Meier vom ED\u00d6B betont weiters, dass bereits vor dem Sammeln von Personendaten Verpflichtungen auf die Unternehmen zuk\u00e4men. Gem\u00e4ss DSG Artikel 4 muss beim Kunden oder bei der Kundin eine Zustimmung einholt werden. Bereits vor der Bekanntgabe der Daten sei es zwingend notwendig, den Kunden und Kundinnen transparent aufzuzeigen wozu diese Daten verwendet und wem sie weitergegeben w\u00fcrden. <em>\u00abDas Motiv zur Gewinnung und Verwendung der Daten muss vor der Datenbeschaffung bekannt sein und dem Kunden mitgeteilt werden\u00bb<\/em>, so Meier (Interview, 18. M\u00e4rz 2019).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Individuum als Opfer des Datenmissbrauchs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Eidgen\u00f6ssische Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragte unterscheidet drei F\u00e4lle von Datenmissbrauch:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Zweck\u00e4nderung der Datenverwendung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wird dem Kunden oder der Kundin versichert, dass seine oder ihre&nbsp; Daten nicht f\u00fcr Marketingzwecke verwendet werden und er oder sie dennoch sp\u00e4ter personalisierte Produktangebote offeriert erh\u00e4lt, wird von einem Datenmissbrauch aufgrund einer Zweck\u00e4nderung gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Missbrauch der Proportionalit\u00e4t von Daten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Verletzung der Proportionalit\u00e4t liegt dann vor, wenn statt aggregierter Daten hoch personalisierte Daten eines Individuums gesammelt und verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Weiterverteilung der Daten ohne Erlaubnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Data-Controller ist f\u00fcr die gesamte Bearbeitungskette der Daten verantwortlich und muss sicherstellen, dass Personendaten nicht ohne Erlaubnis des Kunden an Dritte weitergegeben werden. Zudem muss der Data-Controller die Einhaltung der Gesetze s\u00e4mtliche am Datenfuss beteiligter Partner sicherstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erf\u00fcllung dieser Aufgabe sei f\u00fcr Data-Controller \u00e4usserst schwierig. Gem\u00e4ss Meier bes\u00e4ssen nur wenige Unternehmen ein Datenflussschema, welches die Art der Verwendung, die Bereitstellung und die Ver\u00e4nderung der Daten s\u00e4mtlicher beteiligter Partner abbilde.<\/p>\n\n\n\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit seien bereits diverse F\u00e4lle von Datenmissbrauch und deren Folgen bekannt. Trotzdem h\u00e4tten viele User und Userinnen keine Hemmungen, ihre pers\u00f6nlichen Gesundheitsdaten freizugeben und mit Unternehmen zu teilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Federico Marmori, Head of Portfolio &amp; Product Management bei der Swisscom Health AG, ist der Meinung, dass das Teilen und Freigeben von pers\u00f6nlichen Informationen f\u00fcr ein Individuum oft Komfort bedeute (Interview, 11. April 2019).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"720\" height=\"337\" src=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-2.png\" alt=\"Digitalisierung im Gesundheitswesen\" class=\"wp-image-4479\" srcset=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-2.png 720w, https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-2-300x140.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><figcaption>Abb. 2: Ist der digitale Hausarzt schon bald Tatsache? <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Man sei zu bequem, Datenschutzvereinbarungen zu lesen. Mehrheitlich w\u00fcrden diese akzeptiert, ohne dass man einen Gedanken \u00fcber die Konsequenzen verschwendet habe. Teilweise \u00fcberwiege der erhoffte (finanziell) Vorteil das mutmassliche Risiko eines Missbrauchs. Inwiefern ein Unternehmen Gebrauch von den gewonnenen Daten macht, sei unterschiedlich. So k\u00f6nnten Unternehmen ausgewertete Daten in Handlungen \u00fcberf\u00fchren, welche ein einzelnes Individuum tr\u00e4fen. Auf Basis pers\u00f6nlicher Gesundheitsdaten etwa k\u00f6nne eine Krankenversicherung sich dagegen entscheiden, einer Person eine Versicherung anzubieten; oder die Versicherung w\u00fcrde aufgrund eines h\u00f6heren Erkrankungs-Risikos individuell viel teurer angeboten. Auch die Interpretation der Daten \u00fcber den Gesundheitszustand und das Verhalten einer Person k\u00f6nne variieren. Aus Sicht der Krankenversicherung w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, wenn eine Person am Tag 15\u2019000 Schritte zur\u00fccklege. Ein Arbeitgeber hingegen k\u00f6nne die 15\u2019000 Schritte negativ deuten und sich fragen, wieso sein\/ ihr Mitarbeiter oder Mitarbeiterin w\u00e4hrend der Arbeitszeit so viel Zeit zum Gehen habe (Interview, 11. April 2019).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>St\u00f6sst das Datenschutzgesetz bald an seine Grenzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen, welche sich von Anfang an um den Schutz der Daten k\u00fcmmerten, h\u00e4tten erfahrungsgem\u00e4ss keine Probleme mit den Aufsichtsbeh\u00f6rden, meint Thomas Meier vom ED\u00d6B (Interview, 18. M\u00e4rz 2019). Heikel w\u00fcrde es, wenn Firmen datenschutztechnische Fragen zu kl\u00e4ren versuchten, nachdem sie bereits seit einiger Zeit mit Daten arbeiten und Daten bereits mit anderen Unternehmen geteilt h\u00e4tten. Zu diesem Zeitpunkt sei es meistens zu sp\u00e4t und bereits entstandene Sch\u00e4den k\u00f6nnten nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die rasanten technologischen Entwicklungen stellen immer mehr M\u00f6glichkeiten zur einfachen Datenbeschaffung und m\u00fchelosen Auswertung zur Verf\u00fcgung. Diese Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass das Datenschutzgesetz an seine Grenzen st\u00f6sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Kolja Rafferty, CEO der Schweizer Firma Visionarity AG, erw\u00e4hnt neben dem gesetzlichen Rahmen auch ethische \u00dcberlegungen. \u00abNur weil etwas legal ist, ist es noch lange nicht legitim\u00bb, so der CEO von Visionarity (Interview, 17. April 2019). Visionarity geh\u00f6rt zu den f\u00fchrenden europ\u00e4ischen eHealth-Anbietern und betreibt digitale Plattformen f\u00fcr Unternehmen. Als Firma, welche sich unter anderem im Gesundheitsmarkt bewegt, habe sich Visionarity strengen Vorgaben auferlegt. Visionarity habe in den Statuten verankert, dass keine Daten an andere Parteien weitergeben w\u00fcrden. Gem\u00e4ss Chief Technology Officer (CTO) von Visionarity, Peter Yves Ruland, tat diese Entscheidung weh, da potenzielle Gesch\u00e4fte nicht abgeschlossen werden k\u00f6nnten. Gleichzeitig sei er jedoch \u00fcberzeugt, damit einen Erfolgsfaktor f\u00fcr seine Firma geschaffen zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruland betont, dass Datenschutz nicht per se in Widerspruch zu erfolgreichen Gesch\u00e4ftsmodellen st\u00fcnde. Das A und O sei es, sparsam mit den gewonnenen Daten umzugehen und sich bereits vor der Datenbeschaffung im Klaren zu sein, wof\u00fcr die Daten verwendet werden sollten. Eine Versicherung solle definieren, wie sie ihre Kunden in Zukunft begegnen wolle. Verfolge die Versicherung die Philosophie, den Kunden auf Augenh\u00f6he zu begegnen, willige sie ein, nicht alles \u00fcber den Kunden wissen zu wollen. <em>\u00abMan darf gewisse Sachen nicht wissen wollen\u00bb<\/em>, unterstreicht der CTO von Visionarity. Wisse eine Versicherung alles \u00fcber den oder die Kundin, k\u00e4me diese oder dieser sich ausgenutzt vor, es ginge Respekt und Vertrauen verloren und die Beziehung leide.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00abDas ist wie, wenn man durch das Schl\u00fcsselloch schaut\u00bb,<\/em> vergleicht Ruland die Situation. Neben dem Entscheid, nicht alles wissen zu wollen, geh\u00f6re gem\u00e4ss Visionarity zu einer datenschutzkonformen Philosophie vor allem auch, dass die gewonnenen Daten verschl\u00fcsselt seien und die Auswertungen anonymisiert vorgenommen w\u00fcrden (Interview, 17. April 2019).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie soll eine Mobile-Applikation Menschen beim Gesundbleiben unterst\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Visionarity verfolge die Vision, Verhaltensweisen, welche ein gesundes Leben unterst\u00fctzen, zu belohnen. <em>\u00abDie Gesellschaft soll durch Loyalit\u00e4tsprogramme im Gesundheitswesen motiviert werden, den inneren Schweinehund zu \u00fcberwinden\u00bb,<\/em> so der CEO von Visionarity (Interview, 17. April 2019). Dies sei n\u00f6tig, um die hohen Gesundheitskosten zu senken. In Zusammenarbeit mit der Swica Krankenversicherung entwickelte Visionarity die Applikation Benevita, welche es Swica-Kunden durch das Teilen von pers\u00f6nlichen Gesundheitsdaten erm\u00f6glicht, von bis zu 15% Rabatt auf die Zusatzversicherung zu profitieren. Der Kunde habe in der Benevita-Applikation j\u00e4hrlich die M\u00f6glichkeit, einen Fragebogen mit Fragen zu seinem Lebensstil und Gesundheitsverhalten auszuf\u00fcllen (Swica, online). Aus diesen Verhaltens- und Vitaldaten entwickle Visionarity f\u00fcr den Kunden massgeschneiderte Handlungsempfehlungen und vermittle ihm oder ihr auf spielerische Art und Weise Wissen zu gesundheitsrelevanten Themen. Swica erhalte keinerlei Informationen zum Verhalten der Kunden. Visionarity \u00fcbermittle der Krankenkasse lediglich die im Fragebogen erzielte Totalpunktzahl. Gem\u00e4ss Kolja Rafferty k\u00e4me Visionarity dort zum Zuge, wo Versicherungen und andere Unternehmen in die Pr\u00e4vention und das Auskurieren von Krankheiten investieren wollen (Interview, 17. April 2019). F\u00fcr den R\u00fcckgang von Krankheitstagen und die Abnahme von Gesundheitskosten seien Firmen bereit, Geld einzusetzen. Visionarity garantiere seinen Kunden und Kundinnen die Einhaltung des Datenschutzgesetzes. Bei Visionarity erfolge die Datenauswertung auf anonymisiertem und aggregiertem Level. R\u00fcckschl\u00fcsse auf individuelle Personendaten seien unm\u00f6glich. Weiter interessiere Visionarity bei ihren Auswertungen in erster Linie Fakten zum Erfolg des Loyalit\u00e4tsprogrammes: Wird Benevita wahrgenommen? Welcher Content ist beliebt? Wie lange bleiben Benevita-Nutzer auf der Plattform? Nicht die einzelne Person, sondern die Verbesserung der allgemeinen Gesundheit st\u00fcnden im Zentrum. Und genau dort wolle sich Visionarity vom Mitbewerb abheben, welche die Gewinnmaximierung durch Kundendaten in den Mittelpunkt r\u00fcckten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Datenmanagement soll Transparenz schaffen und Heilungskosten senken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Absicht, die Menschen beim Gesundbleiben zu unterst\u00fctzen, verfolgten Anbieter wie Visionarity auch das Ziel, kranken Menschen beim Gesundwerden unter die Arme zu greifen. <em>\u00abHeute existieren unz\u00e4hlige Krankheiten, bei welchen Bewegung wichtiger ist als die Verabreichung von hochdosierten Medikamenten\u00bb<\/em>, so der CEO von Visionarity (Interview, 17. April 2019). Mit personalisierten Erinnerungen und Ratschl\u00e4gen motiviere und helfe Visionarity den Benevita-Nutzern, an ihrer Gesundheit zu arbeiten. Indirekt k\u00f6nnten dadurch Kosten f\u00fcr Medikamente und Arztbesuche gespart werden. Die \u00ab\u00dcberarztung\u00bb sei aktuell ein grosses Thema. Unn\u00f6tige Arzttermine und Medikamente, mehrmalige \u00dcbernachtungen im Spital oder unz\u00e4hlige Arten von R\u00f6ntgenaufnahmen seien heute die Norm und w\u00fcrden von der Krankenkasse in der Regel ohne Widerstand bezahlt. Federico Marmori von Swisscom Health AG glaubt, dass durch die zahlreichen M\u00f6glichkeiten und Applikationen, welche Patienten und Patientinnen in Zukunft vermehrt zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden, die Transparenz im Gesundheitswesen gef\u00f6rdert w\u00fcrde (Interview, 11. April 2019). Patienten st\u00fcnden langwierigen Behandlungen und unbekannten Medikamenten kritischer gegen\u00fcber, seien informierter und tr\u00fcgen mit ihrem Verhalten dazu bei, dass die ungerechtfertigte Bereicherung durch Mediziner und Spit\u00e4ler abnehmen werde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie das elektronisches Patientendossier zur Wettbewerbsf\u00e4higkeit beitr\u00e4gt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Thema, welches in Zukunft massiv an Bedeutung gewinnen wird und im Jahr 2020 allen Schweizer Patienten und Patentinnen zur Verf\u00fcgung stehen soll, ist das elektronische Patientendossier (EPD). Gem\u00e4ss Federico Marmori birgt das EPD ein riesiges Potenzial f\u00fcr die Gesundheitsbranche in der Schweiz (Interview, 11. April 2019). Im EPD w\u00fcrden in Zukunft s\u00e4mtliche behandlungsrelevante Patientendaten von \u00c4rzten, Spit\u00e4lern aber auch Daten, welche der Patient selbst erfassen k\u00f6nne, auf einer Plattform gesammelt und abgebildet. Das EPD w\u00fcrde f\u00fcr Patienten und Patientinnen am Anfang (noch) freiwillig sein und ben\u00f6tige eine jeweils rechtsg\u00fcltige Unterschrift. Dadurch w\u00fcrde sowohl zwischen PatientInnen und \u00c4rztInnen aber auch zwischen verschiedenen \u00c4rztInnen und Spit\u00e4lern Transparenz geschaffen. Unn\u00f6tig verschriebene Medikamente oder Therapien k\u00f6nnten leichter identifiziert werden. Die \u00c4rzte und \u00c4rztinnen k\u00f6nnten sich untereinander schneller und einfacher austauschen und der Patient oder die Patientin hat ein Instrument in der Hand, welches die individuellen Gesundheitsdaten in einer Applikation vereine. Die Datensicherheit und der Datenschutz blieben auch beim EPD eine wichtige Thematik, die nicht untersch\u00e4tzt werden d\u00fcrfe. Schliesslich w\u00fcrde die erfolgreiche Implementierung von EPD einen massgeblichen Beitrag zur Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Schweiz beisteuern und die Schweizer Gesundheitsbranche in gutes Licht r\u00fccken (EPD, online).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button aligncenter\"><a class=\"wp-block-button__link has-background\" href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/studium\/master\/applied-information-and-data-science\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Erfahren Sie alles zum MSc in Applied Information and Data Science<\/a><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Data Science und k\u00fcnstliche Intelligenz als Schl\u00fcsseldisziplinen der Zukunft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neue Applikationen, welche die menschliche Gesundheit bis ins Detail abbilden, Ratings f\u00fcr den Vergleich von \u00c4rzten und Spit\u00e4lern oder der Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz zur Unterst\u00fctzung der \u00c4rzte bei Diagnosen. Pers\u00f6nliche Medizin basierend auf dem eigenen Genom oder auch die verbesserte Verfolgung von Patienten w\u00e4hrend Behandlungen. Dies sind nur einige von vielen Ideen, welche aus den gewonnenen Daten resultieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"695\" height=\"464\" src=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-3.png\" alt=\"Digitalisierung im Gesundheitswesen\" class=\"wp-image-4480\" srcset=\"https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-3.png 695w, https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-3-300x200.png 300w, https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-3-391x260.png 391w, https:\/\/sites.hslu.ch\/applied-data-science\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2019\/10\/Abb.-3-600x400.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px\" \/><figcaption>Abb. 3: Data Science und Human-Genom in der Medizin von morgen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, die Data Science und k\u00fcnstliche Intelligenz k\u00fcnftig mit sich bringen, sind immens. Bei aller Euphorie um die obigen Vorteile sind datenrechtliche Themen und ethische Gedanken nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Essenziell bleibt die Tatsache, dass der Kunde oder die Kundin freiwillig zustimmen und ausdr\u00fccklich einwilligen muss, seine oder ihre pers\u00f6nlichen Daten preiszugeben. Weiter ist eine Firma dazu verpflichtet, den Kunden und Kundinnen bereits vor der Datengewinnung \u00fcber das Motiv der Datenverwendung zu informieren und wird dazu angehalten, die Daten anonymisiert und verschl\u00fcsselt zu verwenden. Dass im Gesundheitsbereich in Zukunft trotz der hohen Sensitivit\u00e4t vermehrt Informationen und Daten gewonnen werden, zeigen die Expertenmeinungen deutlich auf. Je mehr Daten f\u00fcr Analysen zur Verf\u00fcgung stehen, desto h\u00f6her ist das Potenzial f\u00fcr die Schweizer Gesundheitsbranche. Die Gesellschaft darf also gespannt bleiben, welche Verbesserungen die kommenden Jahre im Gesundheitswesen mit sich bringen. Vielleicht ist dies sogar der Anfang eines wahren Gesundheitssystems, in welchem nicht mehrheitlich von kranken, sondern von gesunden Personen profitiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Adobe Stock. Photos. Abgerufen am 06.05.2019 von  https:\/\/stock.adobe.com\/de\/ <\/p>\n\n\n\n<p>Bundesgesetz \u00fcber den Datenschutz [DSG] vom 19. Juni 1992, SR 235.1. EPD. Informationen. Abgerufen am 08.05.2019 von https:\/\/www.patientendossier.ch\/de\/bevoelkerung\/informationen <\/p>\n\n\n\n<p>Marmori, F. (2019). Head of Portfolio und Product Management, Swisscom Health AG. Interview, Z\u00fcrich, 11.04.2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Meier, T. (2019). Juristischer Berater und Teamleiter Direktionsbereich Datenschutz, Eidgen\u00f6ssischer Datenschutz- und \u00d6ffentlichkeitsbeauftragter (ED\u00d6B). Interview, Bern, 18.03.2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Rafferty, K. A. (2019). Chief Executive Officer (CEO), Visionarity AG. Interview, Z\u00fcrich, 17.04.2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruland, P. Y. (2019). Chief Technology Officer (CTO), Visionarity AG, Interview, Z\u00fcrich, 17.04.2019.<\/p>\n\n\n\n<p>Swica. F\u00fcr Private. BENEVITA Bonusprogramm und Gesundheitsplattform. Abgerufen am 08.05.2019 von https:\/\/www.swica.ch\/de-ch\/fur-private\/versicherungslosungen\/benevita-bonusprogramm<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autoren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anastasiia Chebatarova, Andreas Dorta &amp; Carmela Wey <\/p>\n\n\n\n<p>Contact us if you have any questions about the degree programme or for individual advice:<br>Tel.: <a href=\"tel:+41412284253\">+41 41 228 42 53<\/a> \/ E-mail:\u00a0<a href=\"mailto:master.ids@hslu.ch\">master.ids@hslu.ch<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p id=\"info-events\"><br><strong>Start your career with the MSc in Applied Information and Data Science now! <br>Register and join us for a free online Info-Event:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"info-events\"><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/calendar\/events\/2026\/05\/11\/mscids\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Monday, 11 May 2026 (Online, English)<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/agenda\/veranstaltungen\/2026\/05\/26\/mscids-260526\/\" id=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/agenda\/veranstaltungen\/2026\/05\/26\/mscids-260526\/\">Monday, 26 May 2026 (Online, German)<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/de-ch\/wirtschaft\/agenda\/veranstaltungen\/2026\/06\/08\/mscids-260608\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Monday, 8 June 2026 (Online, German)<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/calendar\/events\/2026\/08\/10\/mscids-20260810\/\" id=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/calendar\/events\/2026\/08\/10\/mscids-20260810\/\">Monday, 10 August 2026 (Online, English)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"info-events\"><\/p>\n\n\n\n<p><strong>MORE INFORMATION TO THE MASTER&#8217;S PROGRAMME HERE:<\/strong><br>MORE FIELD REPORTS &amp; EXPERIENCES: <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/degree-programmes\/master\/applied-information-and-data-science\/student-experiences\/\">Professional portraits &amp; study insights<\/a><br>PROGRAMME INFO: <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/degree-programmes\/master\/applied-information-and-data-science\/\">MSc in Applied Information and Data Science<\/a><br>CHECK OUT OUR: <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/degree-programmes\/master\/applied-information-and-data-science\/studieninhalte\/\">Generalist profile<\/a><br>FREQUENTLY ASKED QUESTIONS: <a href=\"https:\/\/www.hslu.ch\/en\/lucerne-school-of-business\/degree-programmes\/master\/applied-information-and-data-science\/haeufig-gestellte-fragen\/\">FAQ<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo hoch sensible Daten ein enormes Potenzial bergen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4666,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"ghostkit_customizer_options":"","ghostkit_custom_css":"","ghostkit_custom_js_head":"","ghostkit_custom_js_foot":"","ghostkit_typography":"","footnotes":""},"categories":[153],"tags":[],"class_list":["post-4477","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-data-privacy"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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